Kaum ein anderes Land hat so gute Voraussetzungen für die Energiewende wie Japan: eine 22 Prozent höhere Sonneneinstrahlung als der Weltdurchschnitt, durch die Lage am Pazifischen Feuerring ein enormes geothermisches Potenzial und 10 000 Kilometer Küste für Offshore-Windkraftanlagen. Durch Geothermie könnte etwa ein Drittel des Energiebedarfs gedeckt werden. Und würden fünf Prozent des Landes mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, könnte das den gesamten Strombedarf des Landes sichern. Derzeit machen erneuerbare Energien etwa 10 Prozent der japanischen Versorgung aus. Ungefähr ein Prozent stellen Windkraft (0,4), Geothermie (0,3) und Sonnenenergie (0,2) und andere erneuerbare Energien, etwa 9 Prozent die Wasserkraft.
Nach dem Unglück von Fukushima verabschiedete der damalige Premierminister Naoto Kan ein vages Gesetz zur Förderung der Erneuerbaren, deren Produktion bis 2020 auf 20 Prozent wachsen sollte. Eine extra eingeführte feste Einspeisevergütung für regenerativ erzeugten Strom entfachte danach einen regelrechten Solarboom. Zwischen Juli 2012 und Oktober 2013 stieg das Leistungsvermögen der Erneuerbaren um 5,85 Millionen Kilowattstunden, davon 5,6 Millionen aus der Solarenergie.
Obwohl erneuerbare Energien weiter gefördert werden sollen – eine echte Energiewende will die japanische Regierung unter dem neuen Premier Shinzo Abe aber nicht mehr. Bereits zugesagte Baugenehmigungen wurden zurückgenommen und Fördermittel gekürzt. Demnächst sollen sogar Atomkraftwerke wieder hochgefahren werden. Die Gründe: Japan sorgt sich um die Stabilität der Stromnetze und will Kosten für den teuren Import von Kohle und Erdgas sparen.




