gibt sich selbstironisch: „Man interessiert sich mehr für Selbsttäuschung, wenn man empfänglich dafür ist”, sagt der Biologe und grinst wie ein Bub. Trivers, knapp 70 Jahre alt, hat ein bewegtes Leben hinter sich, nicht nur als Wissenschaftler. Er engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung „Black Panther”. Er war zweimal in Jamaica verheiratet, wo er teilweise noch heute lebt. Nach einem heftigen Streit landete er sogar einmal für zehn Tage im Gefängnis. Es gibt kaum einen Vortrag, in dem er nicht Ex-US-Präsident George Bush jr. kritisiert.
Trivers wurde Mitte der 1970er-Jahre mit bahnbrechenden Publikationen zu sozialen Verhaltensmustern bei Menschen zum Mitbegründer der Soziobiologie. Später stieg er auf Genetik um. Das Nachrichtenmagazin „Time” wählte ihn 1999 in die Liste der 100 einflussreichsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Auf seine alten Tage ist der streitlustige Amerikaner nun in die Psychologie des Selbstbetrugs eingestiegen, die als weitgehend ungelöstes Rätsel gilt. Er selbst hasse es zu lügen, sagt er – und mache es manchmal dennoch bewusst.




