Wer erstmals in der Pubertät Alkohol trinkt, hat ein erhöhtes Risiko, als Erwachsener ein problematisches Trinkverhalten zu entwickeln. Das ist die zentrale Aussage einer Studie des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Für ihre Untersuchung hatten die Wissenschaftler um Miriam Schneider das Trinkverhalten von 283 jungen Erwachsenen in der Pubertät (152 weibliche und 131 männliche) untersucht. Die Teilnehmer wurden auch später mit 19, 22 und 23 Jahren zu ihrem Alkoholkonsum befragt. Es zeigte sich, dass diejenigen mehr tranken, die im Alter zwischen 12 und 14 Jahren das erste Mal mit Alkohol in Berührung gekommen waren. Dagegen war bei Jugendlichen, die vor dem 12. Lebensjahr erstmals Alkoholisches zu sich nahmen, das Risiko für eine spätere Suchterkrankung geringer.
Bisher waren die Forscher davon ausgegangen, dass sich das Trinkverhalten um so auffälliger entwickelt, je früher man Erfahrungen mit Alkohol macht. Die Wissenschaftler sehen die Pubertät als „Risikofenster” für den ersten Alkoholkonsum an. Denn in dieser Entwicklungsphase spielen sich im Gehirn viele neurobiologische Prozesse ab, die durch schädliche Substanzen wie Alkohol negativ beeinflusst werden könnten. Deshalb sei die Studie von großer Bedeutung für die Suchtprävention.




