Wenn eine verengte Herzklappe das Blut beim Ausströmen aus der linken Herzkammer in die Aorta behindert, verschaffen sich Ärzte oft mit einem Herzkatheter Klarheit über die Erkrankung. Eine Aortenklappenverengung kann angeboren sein oder im Alter durch Ablagerungen entstehen. Um den Schweregrad der Verengung festzustellen, wird der Katheter über die Klappe in die linke Herzkammer eingeführt und der Druck dort gemessen. Jetzt warnen Wissenschaftler der Universität Bonn vor Hirnschädigungen durch dieses Diagnoseverfahren: Wenn der Katheter die Engstelle passiert, können sich Ablagerungen lösen, die sich in den Kapillargefäßen des Gehirns festsetzen und dort zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff führen. Die Folge sind Gewebeschäden. Die Bonner Forscher um Heyder Omran und Torsten Sommer hatten in einer Studie 152 Patienten untersucht, denen ein Herzkatheter gelegt worden war. Dabei zeigte beinahe jeder Fünfte Anzeichen eines Blutgerinnsels im Gehirn. Kranke, bei denen die Ärzte auf eine Katheter-Untersuchung verzichtet hatten, hatten keinerlei Symptome. Um neurologische Komplikationen zu vermeiden, raten Omran und Sommer deshalb zu einer zurückhaltenden Anwendung dieses Diagnoseverfahrens.
Hans Groth




