Planeten gibt es auch bei sehr massearmen Sternen. Das ist das Ergebnis einer zwölfjährigen Suche nach Exoplaneten am kalifornischen Palomar Observatory. Steven Pravdo und Stuart Shaklan vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena haben dort zwei bis sechs Mal jährlich die Position von 30 Sternen genau vermessen – so präzise, als würden sie die Breite eines menschlichen Haars aus drei Kilometer Distanz bestimmen.
Bei einem der Sterne wurden sie fündig: VB 10 im Sternbild Adler, 20 Lichtjahre entfernt, wird von einem Planeten umrundet, der die sechsfache Masse Jupiters besitzt. Sein Abstand zu VB 10 entspricht jedoch nur dem des Merkur von der Sonne. Trotzdem ist der Gasplanet relativ kalt, denn VB 10 gehört zur M-Klasse: zu den Roten Zwergen, den kühlsten und häufigsten gewöhnlichen Sternen im All. VB 10 hat nur ein Zwölftel der Masse unserer Sonne und hielt lange Zeit den Rekord als leichtester bekannter Stern.
„Weil über 70 Prozent aller Sterne Rote Zwerge sind, könnte es viel mehr Planeten geben als gedacht”, sagt Pravdo. Am besten lassen sie sich durch Astrometrie aufspüren. Diese Methode schließt auf die Existenz von Planeten anhand von deren Schwerkrafteinfluss, durch den die Position ihres Heimatsterns geringfügig schwankt. Die Astrometrie ist die älteste Technik zur Planetensuche, aber erst bei VB 10 hatte sie jetzt Erfolg.
Die überwiegende Zahl der inzwischen mehr als 350 bekannten Exoplaneten wurde mit einer anderen Methode erkannt: der Messung periodischer Verschiebungen von Spektrallinien im Licht der Sterne, die ebenfalls die Bewegung unter dem Schwerkrafteinfluss des Trabanten zeigt.
Wichtig ist auch die Transit-Methode. Dabei misst man den sehr geringen Helligkeitsabfall eines Sterns, wenn ein Planet vor ihm vorüberzieht. Die Kepler-Sonde der NASA hat im Mai die Suche nach solchen Transits aufgenommen.




