Viele unterschätzen die Wucht der Trauer, die Verzweiflung und Leere. Man sollte darauf achten, dass man gut schläft, gut isst, vielleicht Sport macht – auch wenn das schwer fällt, rät der Berner Trauerexperte Hansjörg Znoj.
Viele Menschen haben zudem Mühe, den Tod zu akzeptieren. Das menschliche Gedächtnis ist darauf geeicht, dass immer das passiert, was man erwartet. Wenn der Partner aber nicht mehr zur Tür hereinkommt, dann dauert es, das Gedächtnis neu zu ordnen. „ Besuche am Grab helfen, sich immer wieder zu erinnern, dass der Partner tot ist”, meint der Psychologe.
Trauer läuft heute sehr isoliert ab. Das ist an sich nicht schlimm, denn der Körper steuert sehr viel von selbst. Aber das Fehlen der Gemeinschaft birgt die Gefahr, dass man sich verliert. Gewisse Rituale regulieren Gefühle und erleichtern die Trauerarbeit.
Die Trauerreaktion ist ein Stresszustand, der sehr individuell abläuft. Mitunter verliert man dabei die Gabe, sich in andere hineinzufühlen. Das kann dazu führen, dass man sich vorübergehend vom Partner oder von den Eltern entfremdet, auch wenn diese ebenfalls unter dem Verlust leiden.
Bei der Unterstützung von trauernden Freunden sollte, so Znoj, nicht schnell getröstet werden mit Worten wie „Das wird schon wieder!”. Man sollte das Geschehene vielmehr ansprechen, etwa: „ Es tut mir furchtbar leid, dass dir so etwas passiert ist, ich kann es selbst kaum fassen.” Ablenkung ist ebenfalls hilfreich, denn Trauer ist sehr anstrengend. Auf einem Ausflug oder im Kino lassen sich neue Kräfte sammeln.




