Es ist keinesfalls sicher, ob es jemals gelingen wird, einen erwachsenen Menschen zu klonen. Dies ist die Einschätzung vieler Forscher nach der heißen Diskussion über das Klonieren von höheren Lebewesen – entfacht vom Klon-Schaf Dolly. In unserem Lande will das auch fast niemand: 97 Prozent haben sich soeben gegen das Klonen von Menschen ausgesprochen. Dies ist ein Ergebnis, der bundesweiten Exklusiv-Umfrage, die bild der wissenschaft beim Bielefelder Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gab. Warum erscheint dieses Heft dann trotzdem mit der Schlagzeile, “Natürlich werden wir Menschen klonen”? Die Antwort kommt von Wissenschaftlern wie dem Bremer Universitätsprofessor Klaus Haefner, für den die Schöpfung genetischer Menschen-Kopien nicht aufzuhalten ist – schon deshalb, weil nicht alle Mediziner menschliche Klone als biologisches Ersatzteillager kategorisch ablehnen. Nach einer gesellschaftlichen Besinnungsphase wird sich das Menschen-Klonen als Therapie gegen Krankheiten durchsetzen – davon ist auch Werner Gehring, der Chef einer großen Fortpflanzungsklinik in Bad Münder bei Hannover, fest überzeugt.
Unklar ist derweil, ob Dolly nicht doch das Produkt eines Zufalls war – und kein reproduzierbares Resultat eines wissenschaftlichen Experiments. Denn etliche Forscher zweifeln an den von schottischen Forschern vorgelegten Beweisen zur Erzeugung des Klon-Schafs. Gelassenheit wäre allerdings fehl am Platze: Bewußtes Kopieren von Lebewesen hat das Laborstadium längst verlassen, wie die Entwicklung im Obst- und Pflanzenbau zeigt. Auch Kopien erwachsener Tiere wird es mit Sicherheit bald geben: Weil sich über klonierte und gentechnisch veränderte Tiere großes menschliches Leid lindern oder sogar beheben läßt. Über den aktuellen Stand wichtiger Forschungsansätze beim Klonen von Pflanzen und Tieren informiert die neue bdw-Analyse . Nehmen Sie sich Zeit dafür, denn eines ist gewiß: Dieses Thema ist zu vielschichtig und zu gewichtig, als daß es der Wissenschaft alleine vorbehalten sein kann, die künftigen Wege festzulegen.
Fotografieren kann heute jeder – das denken viele. Die Apparate sind so ausgereift, daß selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen bei rasch bewegten Motiven vorzeigbare Aufnahmen entstehen. Obwohl auch ich ein ordentliches Equipment besitze, komme ich doch nicht in Versuchung, meine Aufnahmen für bild der wissenschaft anzupreisen. Zu amateurhaft erscheinen mir die Bilder im Vergleich zu denen, die gute Profis machen. Ihr Aufwand ist freilich auch ein Vielfaches von dem, was ich an Zeit aufzubringen und an Ausrüstung zu schleppen bereit bin. Schweres Gerät braucht auch der bdw-Fotograf Volker Steger (Bild): Ein Raster-Elektronenmikroskop (für die Vergrößerung) und ein schneller PC (für die Farbgebung) gehören zu seiner Fotoausrüstung. Doch die Ideen und die Akribie, mit der er sich an seine Motive heranpirscht, nimmt ihm keine noch so gute Technik ab. Seiner mehrfach preisgekrönten Arbeit verdanken wir es, daß weltweit wohl zum erstenmal Mikroauf- nahmen zeigen, was biologische Schädlingsbekämpfung auch ist: fressen und gefressen werden – oder “Mord im Auftrag des Gärtners”. Viel Vergnügen bei unserer Micro-Horror-Picture-Show.
Wolfgang Hess




