Was für uns der Taschenrechner ist, war für die alten Griechen der Abakus. Mit diesem Vorläufer des Rechenschiebers ließen sich einfache Rechenaufgaben durch Verschieben von Zählsteinen auf einem Brett ausführen.
Das kleinste Exemplar dieser Art haben jetzt drei Wissenschaftler am IBM-Forschungslaboratorium Zürich gebaut. Anstelle von Steinen auf einem Brett ordneten sie auf einer Kupferoberfläche jeweils zehn Kohlenstoff-Fußbälle – sogenannte Fullerene – nebeneinander an, die sie nach Belieben verschieben können. Damit gelang den Züricher Forschern nicht nur ein Weltrekord des kleinsten Abakus, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Nano-Engineering – eine Methode, mit der man in Zukunft neue Materialien gezielt aus einzelnen Molekülen zusammensetzen will.
Die Schlüsselrolle im Abakus-Experiment spielt die Abtastspitze eines Rastertunnelmikroskops: Sie macht das winzige Rechenbrett nicht nur sichtbar, sondern dient gleichzeitig auch als Verschiebewerkzeug für die Kohlenstoff-Fußbälle.
Um eine Vorstellung von den unglaublichen Dimensionen des Winzlings zu geben, helfen sich die Schweizer IBM-Wissenschaftler mit einem Vergleich: “Es ist etwa so, als ob man einen herkömmlichen Rechenschieber mit dem Eiffelturm bedienen würde.”




