Was bringen Gesundheitswarnungen auf Zigarettenpackungen? Eine ganze Menge, wenn sie neu, groß und drastisch genug sind. Das folgert ein internationales Forscherteam unter Federführung der kanadischen University of Waterloo aus einer Befragung von knapp 15 000 Rauchern.
Weltweit haben 140 Länder die WHO-Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle unterzeichnet, die sie dazu verpflichtet, Warnhinweise anzubringen. Diese müssen mindestens 30 Prozent der Packungsoberfläche bedecken. In Kanada prangen seit dem Jahr 2000 auf der halben Vorderseite der Packung 16 unterschiedliche Text-Bild-Kombinationen, die vor Gefahren wie Lungenkrebs, Herzinfarkt, Raucherbein oder Impotenz warnen. 60 Prozent der dortigen Raucher gaben an, die plakativen Hinweise oft oder sehr oft zu bemerken. In den USA waren es nur 30 Prozent. Möglicher Grund: Dort verstecken sich die Warnungen immer noch in winziger Schrift auf der Schmalseite der Packung.
Immerhin gaben in der Vier-Länder-Umfrage (Großbritannien, USA, Kanada, Australien) bis zu zwölf Prozent der Raucher an, dass sie die Warnungen schon einmal davon abgehalten hätten, sich einen Glimmstängel anzuzünden. Dabei seien drastische Fotos – etwa von Patienten mit Kehlkopf- oder Lungentumoren – besonders wirksam, so die Wissenschaftler. Außerdem sollen Motive und Texte möglichst oft abwechseln. Denn bereits bekannte Warnungen verlieren mit der Zeit ihre Wirkung.





