Es ist nachvollziehbar, dass Menschen Dinge mehr schätzen, die ihnen viel Aufwand abverlangt haben. Doch überraschend ist, dass sich auch Tiere die Wirklichkeit in diesem Sinne zurecht- biegen. Das zeigte ein Experiment eines Forscherteams um Emma Lydall vom Eli Lilly Research Centre im britischen Windlesham. Ratten bekamen dabei die Möglichkeit, durch das Drücken eines Hebels eine begehrte Zuckerlösung zu ergattern. Nur mussten manche Nager viel öfter als andere drücken, um an die Delikatesse zu gelangen. Tatsächlich fanden die Ratten, die sich richtig ins Zeug legen mussten, die Nascherei viel attraktiver und schmackhafter als die anderen – gemessen an der Begeisterung, mit der sie das süße Nass schlürften. Und das lag nicht am Zeitabstand zwischen dem Drücken und dem Schlürfen, denn der wurde auch in einer Kontrollgruppe getestet. „Die Ergebnisse suggerieren”, so die Forscher, „dass Ratten, genauso wie Menschen, mehr Wert auf Dinge legen, für die sie mehr arbeiten mussten.” Die Forscher sehen darin die erste schlüssige Analogie zum Aufwand-Rechtfertigungs-Effekt im Tierreich. Ratten würden Ikea lieben.





