Die Woche nach Ostern wird ein Abenteuer – für die Jugendlichen, die sie im Forschungscamp von bild der wissenschaft und in der Werkstatt für junge Forscher „explorhino” verbringen. Vier Tage können sie Hochschulluft schnuppern, sich auf die Jagd nach wissenschaftlichen Erkenntnissen begeben und gemeinsam mit Forschern experimentieren. Die Mitarbeiter von explorhino – Wissenschaftler, Pädagogen und erfahrene Studenten – haben ein aufregendes Programm für das Camp entworfen und werden die Teilnehmer betreuen. Unterstützt wird das Wissenschaftsabenteuer von Carl Zeiss, einem führenden Hersteller von optischen Geräten wie Mikroskopen und Teleskopen. Bei den Produkten geht es darum, Photonen – die Teilchen des Lichts – einzufangen und zu manipulieren. Auch im bdw-Forschungscamp wird sich alles ums Licht mit seinen skurrilen Eigenschaften und vielfältigen Anwendungen drehen.
Termin
Das Camp findet vom 26. bis 29. April 2011 an der Hochschule Aalen statt.
Teilnahme, Kosten und Leistungen
Das Event steht offen für Jugendliche, die kurz vor dem Abitur oder dem Abschluss einer weiterführenden Schule stehen, sich für Technik interessieren und sich den Kopf über die Wahl eines Studienfachs zerbrechen. Die Teilnahme am Camp kostet 240 Euro. Darin enthalten sind fünf Übernachtungen in der Aalener Jugendherberge, Speisen und Getränke, die Fahrten zu Carl Zeiss und Ausflugszielen in der Umgebung sowie die Betreuung während des Aufenthalts und der Aktionen im Forschungscamp. Um die An- und Abreise muss sich jeder Teilnehmer selbst kümmern. Es stehen 15 Plätze für junge Forscher zur Verfügung. Wer sie bekommt, entscheidet das Los. Wer Glück hat, den erwartet ein tolles Programm:
Montag: Ankunft in Aalen
Ostermontag ist Anreise. Bis 17.30 Uhr kommen die Camp-Teilnehmer in Aalen an, wo ein lockerer Treff auf dem Programm steht, um sich schon mal ein wenig zu beschnuppern.
Dienstag: Teamwork im Labor
Am Dienstag geht es richtig los. Zunächst erhalten die Jugendlichen einen Überblick über Studienmöglichkeiten und Forschungsthemen an der Hochschule Aalen. Danach machen sie sich – in kleinen Teams – ans Werk. In den Labors gibt es einen Crashkurs über optische Instrumente, an denen die jungen Forscher selbst experimentieren können. Hochschulmitarbeiter unterstützen sie dabei. Eines der Versuchsobjekte ist ein Interferometer – ein Gerät, mit dem sich etwa Oberflächen von Linsen für Mikroskope oder Spiegelreflexkameras extrem präzise vermessen lassen. Selbst die metergroßen Spiegel in riesigen Teleskopen kann man so auf wenige Nanometer genau „abtasten”. Eine andere Gruppe von Campern beschäftigt sich mit thermographischen Kameras und lernt die komplizierten Auswerteschritte, mit denen sich aus den Messdaten Wärmebilder gewinnen lassen. Die zeigen etwa, wo an Gebäuden Heizenergie verloren geht, wie viel Energie eine Maschine als Wärme verpuffen lässt oder ob sich das Ohr bei einem Handy-Telefonat erwärmt.
Mittwoch: Trugbilder im Schober
Nachdem die Laborversuche am Vormittag abgeschlossen wurden, geht es zum Mittagessen – und dann auf Tour. Der Ausflug führt in die Optische Scheune in Leinroden. In dem liebevoll restaurierten historischen Schober hat Bernd Lingelbach, ein ehemaliger Professor am Institut für Augenoptik der Hochschule Aalen, eine außergewöhnliche Ausstellung eingerichtet: Die Besucher bewegen sich durch verschiedene optische Täuschungen hindurch – ein kurioses Erlebnis für die Sinne. Die Exponate lassen staunen und machen die bizarren Eigenschaften des Lichts buchstäblich begreifbar. Lingelbachs Scheune ist die größte Sammlung von optischen Phänomenen in Europa.
Donnerstag: Linsen und Topf
Die „Camper” fahren per Bahn nach Oberkochen – zu einem Besuch bei Carl Zeiss SMT. Die Tochterfirma der Carl Zeiss AG stellt in einer Hightech-Fabrik optische Spezialgeräte für die Lithographie her. Das sind Werkzeuge, um aus dünnen Scheiben von Halbleitern wie Silizium (den Wafern) Mikrochips für Computer, Digitalkameras oder Spielkonsolen zu fertigen. Gemeinsam mit Experten von Carl Zeiss besichtigen die Jugendlichen die Anlage und werfen einen eindrucksvollen Blick in die Reinräume, wo die Bauteile für die Lithographie hergestellt werden. Die Teilnehmer können selbst Linsen unter die Lupe nehmen, die so präzise geschliffen sind, dass ihre Oberfläche bloß ein paar Nanometer von der perfekten Form abweicht. Solche Linsen lenken bei der Chip-Herstellung Laserlicht über Silizium-Wafer, um sie zu belichten und feinste elektronische Strukturen zu erzeugen. Am Nachmittag erwartet die Jungforscher eine andere Herausforderung. Dazu laufen sie ein paar Kilometer weiter zum Brenztopf in Königsbronn – einer der stärksten Karstquellen Europas. Rund um den bläulich leuchtenden Quelltopf sind „Schätze” versteckt, die es in einem actionreichen Geocashing mit GPS-Sonden aufzuspüren gilt.
Freitag: Heilsame Photonen
Licht kann Kranke tatsächlich heilen. Und es hilft Medizinern, die Ursachen von Erkrankungen zu verstehen und zum Beispiel Krebs oder Alzheimer früh zu erkennen. Dabei kommen Spektroskope, Mikroskope und Laser zum Einsatz. Wie sich damit Krankheiten diagnostizieren lassen, lernen die Teilnehmer des Forschungscamps – zurück an der Hochschule Aalen – bei einem Besuch der Arbeitsgruppe Biophotonik von Prof. Herbert Schneckenburger. Zum Abschluss des „forschen Ferienlagers” sind die Jugendlichen zugleich Vortragende und Gäste einer kleinen Tagung. Sie berichten den Camp-Kameraden von ihren Experimenten und Erkenntnissen – genauso, wie sich auch Profi-Wissenschaftler über ihre Arbeiten austauschen. Der letzte Abend im Camp gehört einer gemeinsamen Abschiedsfeier.
Samstag: Abschied aus Aalen
Eine Woche voller einzigartiger Erlebnisse und Eindrücke ist zu Ende. Alle Teilnehmer machen sich auf die Heimreise.
Wer am bdw-Forschungscamp teilnehmen möchte, schickt seine Anmeldung an:
Redaktion bild der wissenschaft
Ulrike Matzke
Ernst-Mey-Straße 8
70771 Leinfelden-Echterdingen
oder per E-Mail an:
redaktion@wissenschaft.de
Anmeldeschluss
Am 31. Januar 2011 endet die Anmeldefrist. Die ausgelosten Teilnehmer benachrichtigen wir im Februar.
Wichtig!
Liebe Jugendliche, bitte der Anmeldung ein kurzes Bewerbungsschreiben beilegen, aus dem hervorgeht, warum eine Teilnahme am bdw-Forschungscamp für euch wichtig ist und was ihr euch davon erhofft. Vergesst bitte nicht, euer Alter sowie Post- und E- Mail-Adresse für die Benachrichtigung über eine Teilnahme am Camp anzugeben. ■
von Ralf Butscher




