Das Buch der amerikanischen Management-Professorin Margaret J. Wheatley liefert auf der Suche nach alternativen Denkansätzen in Wirtschaft und Politik anregende Impulse.
Neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, wie die Natur ihre unendliche Vielfalt nach relativ einfachen Grundregeln hervorbringt. Wahr-scheinlich lassen sich einige dieser effizienten Prinzipien auch auf menschliche Organisationen anwenden. Die Autorin belegt das mit vielen Beispielen aus ihrer Praxis als Unternehmensberaterin. So läßt sich das Fraktalprinzip aus der Chaos-Theorie ihrer Erfahrung nach zur Beurteilung von Firmen nutzen: Wer die Verhaltensmuster einiger Mitarbeiter kennt, kann auf das gesamte Unternehmen schließen.
Die Welt mit ihren Strukturen ist demnach nicht eine Art Maschine, sondern die Gesamtheit von dynamischen wechselwirkenden, sich selbst organisierenden Systemen. Tatsächlich waren die Naturwissenschaftler in den letzten Jahrzehnten häufig mit ähnlichen Problemen konfrontiert wie das Management heute: Die Phänomene wurden immer komplexer. Völlig neue Denkmuster führten schließlich zu extrem ungewohnten, doch sehr nützlichen Lösungen. So ist die zu Anfang umstrittene Quantenmechanik unter anderem die Grundlage der modernen Elektronik.
Als Konsequenz ergab sich eine neue Sicht der “Dinge”: nicht mehr als Teile einer (Welt-) Maschine, sondern, wie Heisenberg es ausdrückte, “wie ein kompliziertes Gewebe aus Ereignissen, bei dem Verbindungen verschiedenster Art alternierend entstehen, sich miteinander verflechten, einander überlappen und so die Struktur des Ganzen bestimmen”.
Firmen-Mitarbeiter bilden in ihren Beziehungen zueinander solch eine komplexe Ordnung, die bedeutend mehr ist als die Summe ihrer Teile.
Margaret J. Wheatley QUANTENSPRUNG DER FÜHRUNGSKUNST Rowohlt Reinbek 1997 192 S., D M 38,-
Rolf Heilmann





