14. Dezember 1900: Max Planck stellt in Berlin sein Strahlungsgesetz auf einer Sitzung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vor. In den Annalen der Physik ist dieser Tag als „ Geburt der Quantenphysik” vermerkt. In der Folgezeit spuckten sich Physiker gewissermaßen in die Hände und hoben das Fundament einer vollkommen neuen Physik aus. Ihr Tun erschütterte wiederholt die Welt der Wissenschaft – und bereichert bis in die heutige Zeit die technische Welt: Ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts fortgeschrittener Staaten erwirtschaften Erfindungen, die auf den Erkenntnissen der Quantenphysik beruhen. Wenn uns etwas dermaßen prägt, ist das für bild der wissenschaft Anlass genug, sich einmal zu besinnen auf das, was ich als Geburt, Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter der Quantenphysik bezeichnen möchte. Über den Ruhestand können wir noch nicht sprechen: Zu viele Fragen sind ungelöst, als dass jemand ein endgültiges Urteil über diese Physik sprechen könnte. Das beinhaltet sogar die pikante Variante, dass es die heute anerkannte Quantentheorie am Ende unseres Jahrhunderts nicht mehr gibt.
bdw-Redakteur Rüdiger Vaas hat den Auftrag des Chefredakteurs gerne angenommen, bündig und so verständlich wie möglich über diese gewaltige Errungenschaft des menschlichen Geistes zu berichten. Anders als in bild der wissenschaft üblich, hat er das unter der historischen Lupe getan. In aller Kürze charakterisiert Vaas Lebensleistungen berühmter Wissenschaftler, referiert Anekdoten und wunderschöne Zitate von ihnen und öffnet für uns Laien so die Tür zum Salon der Quantenphysiker in mehreren Schritten: So weit, bis jeder von uns einen bleibenden Eindruck der Szene bekommt, die sich dort drinnen abspielt. In fünf Etappen zur Quantenphysik: Tür auf ab Seite 42.
Einen völlig anderen, sehr intimen Blick ermöglicht uns die Stuttgarter Autorin Helmine Braitmaier. Nach dem Besuch einer Tagung über personalisierte Medizin bot sie uns an, einen Gen-Test machen zu lassen und über die Resultate – mögliche Erkrankungsrisiken und Gen-Defekte in ihrem Körper – in bild der wissenschaft zu berichten. Natürlich nahmen wir das Angebot an. Ich bewundere Helmine Braitmaier, Mutter von zwei kleinen Kindern, um ihren Mut, und ich habe sie über die Zeit der Ungewissheit nach dem Absenden des Teströhrchens an die US-Firma „ 23andMe” befragt. Sie verriet: „In den sieben Wochen, bis das Ergebnis vorlag, habe ich mir viele Gedanken um mögliche Folgen gemacht. Sie kreisten vor allem um das Risiko, Alzheimer zu bekommen.” Die Reportage der promovierten Biologin eröffnet unsere Strecke der Hauptbeiträge ab Seite 20.




