Bei vielen Jugendliche ist neben Alkohol- und Zigarettenkonsum das Rauchen von Haschisch ganz normal. Hasch gilt als harmlose „ weiche” Droge. Doch nach einer Studie der Universität Bremen setzen sich die Jugendlichen in der Pubertät durch Cannabiskonsum großen gesundheitlichen Risiken aus. Die Neurokognitionswissenschaftler Miriam Schneider und Michael Koch haben in Versuchen an Ratten nachgewiesen, dass die Dichte der Bindungsstellen im Gehirn, die für die Cannabinoide der Hanfpflanze Cannabis sativa empfänglich sind, zu Beginn der Pubertät sehr hoch ist. Diese „Rezeptorendichte” sinkt erst im Laufe der Pubertät langsam ab.
Die Forscher hatten pubertären und adulten Ratten das synthetische Cannabinoid WIN 55,212-2 verabreicht und die Aufmerksamkeitsleistung, das Kurzzeitgedächtnis und die Motivation der Tiere geprüft. Bei den pubertären Ratten zeigte sich mehr als 85 Tage lang eine Beeinträchtigung bei allen Verhaltenstests, die erwachsenen Nager verhielten sich dagegen normal. Erst durch die Behandlung mit dem Antipsychotikum Haloperidol konnte der Defekt behoben werden. Diese Ergebnisse bestätigen frühere Vermutungen, dass zwischen Cannabiskonsum in der Pubertät und dem Entstehen von Psychosen ein Zusammenhang besteht.
Hans Groth




