Dass die klassische Hausmannskost mit der klassischen Hausfrau immer mehr aus den deutschen Küchen verschwindet, bedauert sicher nicht jeder. Doch es hat gravierende Folgen, meint Eva Goris, frühere Greenpeace-Pressesprecherin und heutige Umweltjournalistin bei „Bild am Sonntag”. Die Industrie profitiert, indem sie Fertiggerichte produziert. Bereits in der zweiten Generation wachsen Kinder heran, die nicht kochen können, weil sich ihre Eltern durch den Tag snacken. Und immer weniger Menschen wissen, wie ihre Lebensmittel hergestellt wurden.
Goris richtet ihren kritischen Blick in viele Ecken der Nahrungsmittel- Produktion. Sie berichtet über die Praktiken der Zucht- und Mastbetriebe, der Molkereien, der Großbäckereien, der Fischfarmen und Fischereischiffe, des Obst- und Gemüsehandels sowie der Tiefkühl-Industrie und Fertiggerichte-Produzenten. Was sie sehr plastisch schildert, kann einem schon den Appetit verderben. Ein Beispiel sind die 45 Millionen männlichen Küken, die jährlich in Deutschland sofort nach dem Schlüpfen mit rotierenden Messern getötet werden, weil ihre Aufzucht nicht lohnt. Wirklich Neues enthalten die Schilderungen nicht, doch sie geben einen guten Überblick. Das- selbe gilt für die Einkaufs- und Ernährungstipps, die den Report ergänzen.
Störend ist allerdings, dass Goris eine Sprache pflegt, die sich durch die Anhäufung von Wortspielen und überspitzten Formulierungen moralinsauer aufplustert. Frank Frick
Eva Goris UNSER KLÄGLICH BROT Droemer München 2007 302 S., € 18,– ISBN 978-3-426-27413-2





