Deutsche Wissenschaftler achten in ihren Veröffentlichungen und Vorträgen zu wenig auf Sprachstil und Verständlichkeit. Diesen Vorwurf erhebt der Philosoph und Germanist Rüdiger Safranski. Die Folge sei, dass die Forscher mit ihren Arbeiten weniger Menschen erreichen als möglich. Safranski führt den langweiligen und komplizierten Stil sowie die trockene Vortragsweise auch auf die Anforderungen an Dozenten in Deutschland zurück: „In Amerika müssen sich Professoren viel mehr vor ihren Studenten bewähren, da sie oft nur befristete Verträge haben. Wer sich nicht verständlich machen kann, ist weg vom Fenster.”
Ein weiterer Grund für das Kauderwelsch sei mangelnde Begeisterung der Forscher für ihre Arbeit. Deshalb könne auch kein Funke auf den Leser oder Zuhörer überspringen. Der Geisteswissenschaftler befürchtet, dass sich die Professoren oft nur profilieren und um höher dotierte Stellen bewerben wollen – und ihre Forschungen sie gar nicht wirklich interessieren.
Safranski weiß, wovon er spricht: Er hat sich bei einem breiten Publikum unter anderem durch allgemein verständliche Biografien der Philosophen Artur Schopenhauer und Martin Heidegger einen Namen gemacht. Außerdem moderiert er mit seinem Kollegen Peter Sloterdijk die beliebte ZDF-Sendung „Das Philosophische Quartett”.





