„Ui”, sagte mein Neffe Leon, acht Jahre alt, als er das Buch auf meinem Schreibtisch entdeckte. In der Tat: Dieses Buch ist rundum „Ui”, ungewöhnlich und inspirierend. Ein goldener Einband mit einem geprägten Horusfalken und eingelassenen flammend roten Glassteinen – ein absoluter Hingucker. Und innen geht es dann nicht minder prächtig weiter. Das Reisetagebuch der Emily Sands, die sich im November 1926 mit einer Reisegruppe auf die Suche nach dem Grab des Osiris in Ägypten begibt – und dort geheimnisvoll verschwindet –, ist wegen seiner liebevollen Machart selbst eine Abenteuerreise ins Reich der Pharaonen. Auf jeder Doppelseite wartet mindestens eine Überraschung. Zwischen Illustrationen, Skizzen und kurzen erklärenden Texten kleben Postkarten und Briefe, Faksimiles, ein kleines Stück Mumienband, Anleitungen zum Verstehen von Hieroglyphen und Auszüge aus dem ägyptischen Totenbuch. Da muss man herausziehen, entfalten, aufklappen, auswickeln – und reist so zusammen mit Sands nicht nur von Kairo nach Abu Simbel und zur Insel Biga, sondern auch durch die Geschichte des alten Ägyptens. Einzige Kritik von Neffe Leon: Ein Teil der Schriften ist für 8-Jährige schwer zu lesen. Aber man sollte das Buch ohnehin mit Mama, Papa oder der Tante anschauen und die Texte gemeinsam entziffern. Denn nicht nur Kinder werden von diesem Buch fasziniert sein. Barbara Ritzert, freie Wissenschaftsjournalistin
Das sachkundigste Buch für junge Leser





