Wie begeistert man ein neunjähriges Kind für Astronomie – wenn es sich zwar gern das Geglitzer am Nachthimmel anschaut, aber nach dem drögen Schulunterricht gar nicht wissen will, was dahinter steckt?
Mit dem Buch von Rudolf Kippenhahn: Vom ersten Satz an hörte meine Tochter gebannt zu, als ich ihr „Das Geheimnis des großen Bären” vorlas. Ein Professor fährt darin mit seinen Enkelkindern im Urlaub nach Südfrankreich ans Meer, wo er mit ihnen die Sterne beobachtet – jeden Abend erneut. Während er zu erzählen anfängt von Vagabunden im All oder von Weihnachten, das in den Sommer fällt, fragen ihm die Kinder ein Loch in den Bauch: Woher wir wissen, dass die Erde um die Sonne fliegt, oder warum wir nicht mit den anderen Planeten zusammenstoßen. Spannend wird es, wenn immer wieder ein seltsames Objekt am Himmel auftaucht, dass sich die Kinder nicht erklären können – und dass der Professor zunächst nie selbst beobachtet. Das Geheimnis wird erst im letzten Kapitel gelüftet.
Meine Tochter hat bis zum letzten Satz gefesselt gelauscht. Und viele Fragen gestellt, auf die es im Buch gleich eine Antwort gab – weil die Enkelkinder dasselbe fragten. Das Einschlafen wurde immer wieder ein bisschen hinausgeschoben. Mit Lerneffekt: Den Vers zur Reihenfolge der Planeten „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten” (Merkur – Venus – Erde – Mars – Jupiter – Saturn – Uranus – Neptun – Pluto) haben wir uns beide gemerkt. Uta Altmann
2. Platz Andreas Korn-Müller, Alexander Steffensmeier DAS VERRÜCKTE CHEMIE-LABOR Patmos, 48 S. mit zahlr. farb. Illustr., € 15,90 (ab 9 J.) ISBN 3–491–42026–1
3. Platz Sylvia Englert, Stefan Jäger CAFÉ ANDROMEDA Eine fantastische Reise durch die moderne Physik Campus, 205 S., € 18,90 (ab 13 J.) ISBN 3–593–37071–9




