Der Sportschuh-Schreck
Bei Stephan Odenwald müssen Sportschuhe schwitzen: 48 Stunden lang lässt er die Lauflatschen in seinem Labor einen Non-stop-Marathon hinlegen – umgerechnet 500 Kilometer, getrieben von einem Aluminium-Stempel. Der gebürtige Karlsruher untersucht, wie der Schuh auf eine solche Belastung reagiert und wann er an seine Grenzen stößt. Seit knapp einem Jahr ist Stephan Odenwald Juniorprofessor für Sportgerätetechnik an der Technischen Universität Chemnitz. Seine Professur ist die einzige in Deutschland, die den Bereich Sporttechnologie aus ingenieurtechnischer Sicht begleitet. Führende Hersteller von Turnschuhen arbeiten inzwischen mit ihm zusammen, um ihre Produkte prüfen zu lassen. Schließlich landet beim Joggen bei jedem Schritt das bis zu dreifache Körpergewicht auf den Füßen des Läufers.
Aber Odenwald hat nicht nur technisches Know-how zu bieten. Der promovierte Maschinenbauer ist selbst ein begeisterter Sportler. „Besonders das Radfahren hat es mir angetan”, sagt der 33-Jährige. Diese Leidenschaft trieb ihn 1994 – mitten im Studium – von Karlsruhe nach Chemnitz, wo er mit einem Freund eine Fahrradwerkstatt eröffnen wollte. „Unser Traum ist aber bald geplatzt, und so bin ich an die Uni zurückgekehrt”, schmunzelt Odenwald.
An der TU Chemnitz untersuchte er dann fünf Jahre lang die Eigenschaften von naturfaserverstärkten Kunststoffen, bis er sich für seine jetzige Tätigkeit entschied. Die Sportschuhe, die Odenwald traktiert, zeigen übrigens bei 350 Kilometern erste Ermüdungserscheinungen – dann können sie die harten Stöße nicht mehr richtig dämpfen.





