Ein monumentales Werk zu einem monumentalen Stück Archäologie für einen monumentalen Preis. Der Bonner Altamerikanist Hanns J. Prem hat die Aufzeichnungen und Fotos des Maya-besessenen Forschers und Fotografen Teobert Maler penibel bearbeitet und herausgegeben. Der Sohn schwäbisch-badischer Eltern, als Offizier in österreichischen Diensten bei dem mißglückten Versuch beteiligt, Maximilian von Österreich als Kaiser von Mexiko zu etablieren, reiste nach dessen Hinrichtung ruhelos durch Mexiko, immer auf der Suche nach architektonischen Hinterlassenschaften der untergegangenen Maya-Hochkultur.
Sein nun hundertjähriges fotografisches Erbe und seine Tagebuchaufzeichnungen bilden das Rückgrat des Buches. Die Bilder faszinieren – nicht nur, wenn man sich Malers damalige fotografische Ausrüstung vorstellt. Seine Texte sind seltsam trocken und verraten wenig von der Unrast seiner Arbeit. Eine etwas dünne Biographie versucht, den schwierigen, zum Schluß verbitterten Menschen und manischen Forscher Maler einzufangen.
Entscheidend bereichert wird die großformatige Edition durch die Kommentare und – vor allem – durch die aktuellen ortsgleichen Fotografien des Herausgebers Prem. Insgesamt: Kein Buch für den Maya-Enthusiasten, sondern für den Wissenschaftler oder Studenten – für den allerdings stimmt der Preis nicht.
Teobert Maler PENINSULA YUCATAN Gebr. Mann Verlag Berlin 1997 374 S., DM 400,-
Michael Zick




