Sie zitieren in Ihrem Beitrag eine Züricher Studie, in der diejenigen der 8200 Teilnehmer, die sich selbst für besonders krank hielten, im Gegensatz zu den Optimisten ein erhöhtes Sterberisiko hatten.
Das hat mich an Berichte von Ethnologen und Entdeckungsreisenden im Afrika des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erinnert. Da wurde beschrieben, wie Voodoo-Priester im Rahmen von Ritualen irgendwelche Stammesangehörigen im Beisein aller anderen einer Missetat beschuldigten und ihnen mit dem baldigen Tod drohten. Und siehe da, die in aller Öffentlichkeit Verdammten wurden tatsächlich schon in den nächsten Tagen schwer krank und starben nach kurzer Zeit.
Solche Geschichten werden meist als erfunden abgetan, oder es heißt, die Medizinmänner hätten den Opfern unbemerkt ein Gift eingeflößt. Aber besagte Studie weist doch in genau die gleiche Richtung: Wenn Menschen nur fest genug daran glauben, dass ihre Gesundheit schwer angeschlagen ist, wird das zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Ob man das nun Psychosomatik nennt oder Psychoneuroimmunologie oder Voodoo-Hokuspokus, ist mir persönlich ganz egal. Der gemeinsame Nenner ist doch: Die seelische Verfassung strahlt auf den ganzen Körper aus.
Ich finde, die Ärzte – zumindest die Allgemeinpraktiker – sollten in ihrer Ausbildung allesamt einen Kurs in Schamanismus absolvieren müssen. Dort könnten sie lernen, wie sie ihre Patienten durch einfühlsame Beeinflussung auf den Weg der Heilung bringen, ohne dass ruinös teure Kernspin-Untersuchungen und Pharmaka mit allerhand Nebenwirkungen verschrieben werden müssen. Aber wahrscheinlich hätten die Pharma- und die Gesundheitsindustrie schwer was dagegen, wenn angeblich Kranke plötzlich von alleine gesund werden und es auch bleiben.
Lars Peeth, per E-Mail
Auf der Internetseite www.web.de erschien ein Artikel mit genau der gegenteiligen Überschrift: „Pessimisten leben länger”. Hier der Link: http://web.de/magazine/ gesundheit/psychologie/ 17180900-pessimisten-leben-studie-laenger.html. Die klare Aussage in beiden Texten ist: Wer auf seine Gesundheit achtet, hat die höhere Lebenserwartung. Muß ich jetzt ein pessimistischer Optimist werden, um zu überleben?
Christoph Uhländer, per E-Mail
Heilige und Bigotte
Zur Sache, Heft 4/2013
Ich bin empört über Ihre Meinung zu Annette Schavan. Ich habe keine Ahnung, auf welchen konkreten Erfahrungen Ihr Urteil-Profil über Frau Schavan beruht. Auf www.nachdenkseiten.de können Sie erfahren, dass es mit den effektiven Leistungen von Frau Schavan nicht weit her ist: Sie hat keine erfolgreiche Karriere als Weichenstellerin und auch nicht Herr Riesenhuber.
Welch eine Fehleinschätzung. Wie insgesamt das deutsche Bildungssystem, gemessen am aufgeblasenen Redeprofil unserer Politiker, eine einzige Katastrophe ist. Da brauchen Sie nur die neueste OECD-Statistik heranzuziehen. Alle Versprechungen seit meiner Schulzeit ab 1955 wurden nicht eingehalten.
Wieso sind Menschen, die einfach am Wahrheitsgehalt erbrachter Leistungen interessiert sind, Kopfjäger? Was soll diese Diffamierung? Vom Chefredakteur eines Wissenschaftsmagazins muss ich unbedingte Ehrenhaftigkeit erwarten, sonst kann ich die Zeitschrift als reines Geldbeschaffungsmittel mit dem Vorwand halblauterer, wissenschaftlicher Behauptungen vergessen. Und der Vergleich mit Django ist an Trivialität nicht zu überbieten.
Hier geht es nicht darum, ob jemand einmal „Mist” gebaut hat, sondern darum – wie die Professoren der Universität Düsseldorf erkannten –, dass Frau Schavan betrogen hat. Oder sind die auch unlauter? Auf was ist dann noch in der Wissenschaft Verlass?
Horst Büttner, Würzburg
Kot statt Gold
Heft 4/2013
Angesichts der Arbeitshypothese einer nagergeplagten Zivilisation muss der Anlass für den Kot-Grab-Kult nicht unbedingt in der rituellen Ehrung ruhmreicher Kammerjäger zu finden sein. Möglicherweise sollte der von den Exkrementen ausgehende abschreckende Geruch des Fressfeindes Wiesel den Leichnam auch nur ganz profan vor dem Verbiss durch hungrige Mäuse bewahren.
Oliver Harder, per E-Mail
Ein Fan am DESY
Ihr Magazin beziehe ich seit nunmehr anderthalb Jahren im Abonnement, und es gefällt mir gut. Zunächst hatte ich es probeweise gelesen – ausgeliehen von einem Freund –, da mir das „ Physik Journal”, die Mitgliederzeitschrift der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), zunehmend komplex und teils auch sehr formelüberladen erschien. Außerdem legte man mir dort zu viel Augenmerk auf Neuigkeiten aus der Nanowelt.
Ich komme aus der Elementarteilchenphysik (Forschung) und kenne mich dort und im Bereich der Beschleuniger ganz gut aus. Seit September 2011 arbeite ich aber nicht mehr direkt in der Grundlagenforschung. Ich bin zwar immer noch am DESY beschäftigt, aber nun in der Abteilung IPP (Informationsmanagement, Prozesse und Projekte). Das hat dazu geführt, dass ich zwar forschungstechnisch immer noch sehr nah dran bin und recht viel mitkriege, aber selber beschäftige ich mich nun weitestgehend mit alltäglicheren Themenfeldern. Ich bin nach wie vor dankbar, dass das Arbeitsumfeld international geblieben ist.
In Bezug auf bild der wissenschaft wünsche ich mir – zumindest bei den größeren Reportagen – häufiger eine etwas umfangreichere Hintergrundberichterstattung und weiterführende Informationen. Dies dürfte dann gerne auf Kosten der diversen sehr kurzen „ Randnotizen” gehen. Im Großen und Ganzen bin ich aber ein großer Fan Ihres Magazins geworden.
Daniela Kaefer, per E-Mail




