Mit dem WWW, dem “weltweiten Warten”, könnte es bald vorbei sein. Seit Dezember testet die Siemens AG in einem neunmonatigen Pilotprojekt an der Universität Münster eine neue Übertragungstechnik, die “Asymmetric Digital Subscriber Line” (ADSL). Studenten können sich dabei beispielsweise Aufzeichnungen von Vorlesungen online ansehen und anhören. ADSL http://www.adsl.com ist mit Transfer-raten von acht Megabit pro Sekunde bis zu 300mal schneller als herkömmliche Modems – und das über das Kupferkabel der Telefonleitung. Der Informationsfluß verläuft dabei asymmetrisch: Zum Nutzer müssen viele Daten fließen, damit er sich zum Beispiel Videos ansehen kann – der Rückkanal für Anfragen kann dagegen schmaler sein. Komfortabel ist ADSL auch, weil sie eine andere Frequenz als Telefonate belegt und man daher gleichzeitig online sein und telefonieren kann.
Der Preis für ein ADSL-Modem könnte Privatnutzer allerdings abschrecken. In der Anfangsphase dürfte er bei etwa 1000 Mark liegen, schätzt Reiner Schönrock, Pressesprecher bei Siemens.
Ein weiterer Quantensprung in der Transfergeschwindigkeit steht mit der “Very high data rate Digital Subscriber Line” (VDSL) bereits an, meint Schönrock: 52 Megabit pro Sekunde erlaubten es dabei, zehn Videofilme gleichzeitg zu übertragen.Ein Problem behebt die neue Technik aber nicht: Wenn der Service Provider seinem Kunden nur eine langsame Verbindung ins Internet bereitstellt, nutzt auch ein ADSL- Modem nichts.
Sebastian Jutzi




