Es begann vor genau 25 Jahren, mit der Ölkrise des Jahres 1973. Seitdem hat eine ganze Technologie ihr Gesicht gewandelt. Die Heizung, einstmals der Bullerofen im Keller, wurde zur High-Tech-Anlage, konsequent wie keine andere auf Energieersparnis und Umweltschutz ausgelegt. Das lohnt sich, werden doch 60 Prozent des privaten Energieverbrauchs in die Erwärmung der Wohnung gesteckt. Raffiniert konstruierte Brenner nutzen heute jedes Quentchen Brennstoff, holen scheinbar mehr Wärme aus den Flammen, als die Physik erlaubt, Abgase und Schadstoffe sind auf ein Minimum reduziert. Die Konstrukteure scheinen an den Grenzen ihrer Möglichkeiten angelangt. Können wir nicht in Solarhäusern und mit Wärme-Isolierung gänzlich auf die dienstbaren Flammen verzichten? Muß die Heiztechnik sich im nächsten Schritt nicht selbst überflüssig machen? Heißt das andererseits aber auch, daß eine Spitzentechnik zum Auslaufmodell wird? Wer nicht Millionen bestehender Wohnungen abreißen und die Landschaft zersiedeln will, kann das kaum wünschen. Die vielen, wegen ihrer Schönheit so begehrten Altbauwohnungen lassen sich nicht einfach durch Nullenergie-Träume ersetzen, ganz abgesehen davon, daß sich die Investitionen angesichts noch immer niedriger Energiepreise gar nicht lohnen. Hier heißt es: nachrüsten – Wände und Decken isolieren und mit neuester, umweltschonender Heiztechnik ausstatten. Der Weg vom Ofenbau zur Hochtechnologie ist noch nicht zu Ende. Noch wird die Solarenergie nur wenig genutzt. Das größte Problem aber ist der Mensch selbst: Je sparsamer die Technik mit Ressourcen umgeht, um so verschwenderischer wird jede falsch eingestellte Kesselsteuerung, jedes zu lang geöffnete Fenster, jeder falsche Griff zum Thermostat. Die Zukunft gehört auch hier dem Computer, der ein Haus technisch managt, der mit Sensoren und Software auf Gewohnheiten und Bedürfnisse seiner Bewohner intelligent reagiert.
Die Entwicklung der Heiztechnik bleibt zu spannend, fanden wir, um im Keller versteckt zu bleiben. Deshalb wollen wir sie hier einmal im hellen Tageslicht präsentieren.
Reiner Korbmann




