Birkenpech war der Klebstoff der Steinzeit, erklärt der 44-Jährige. Um ihn herzustellen, wird die weiße dünne Birkenrinde in einem luftdicht abgeschlossenen, teilweise in der Erde vergrabenen Keramik-Doppeltopf anderthalb Stunden lang von oben erhitzt. Durch dieses Verschwelen verdunsten die flüchtigen Inhaltsstoffe der Rinde und kondensieren, da sie nicht entweichen können, am kühleren Boden des Gefäßes zu flüssigem Teer. Dieser wird etwa eine Stunde lang eingekocht. Das Ergebnis ist ein zäher, aber elastischer Brei: das Birkenpech (siehe www.dueppel.de/lexikon/holzteer.htm).
Der steinzeitliche Zwirn entsteht aus Brennnesselstängeln, die zuvor fünf bis zehn Tage lang im Wasser aufgeweicht wurden. Rösten nennt der Fachmann diesen Vorgang des kontrollierten Verrottens der den Nachbarn von Wulf Hein nicht lange verborgen blieb. Denn: Aufgeweichte Brennnesseln verbreiten einen stark säuerlichen Geruch. Im Wasserbad werden die verholzten Teile der Stängel von Bakterien ausgefressen, so dass am Schluss nur noch die Langfasern übrig sind. Sie werden so lange über einen Holzklotz geschlagen, bis sie sich voneinander lösen. Anschließend können sie zu einem Faden gezwirnt werden.
Die Pfeilspitze besteht aus Veroneser Feuerstein einem sehr harten, aber aufgrund seines hohen Siliziumdioxid-Gehalts auch spröden Material. Mit Hilfe eines Geweihhammers wird ein geeignetes Stück abgeschlagen und in die gewünschte Form gebracht.
Redaktion: Bettina Gartner




