In Pflegeheimen werden einer Untersuchung der Universität Köln zufolge Medikamente oft falsch verteilt. In den meisten Einrichtungen sortiert das Personal die Pillen in sogenannte Dosetten – getrennt nach den Rationen für morgens, mittags, abends und nachts. Solche vorbereiteten Dosierboxen haben die Wissenschaftler in drei verschiedenen Heimen acht Wochen lang kontrolliert – ohne Wissen der zuständigen Mitarbeiter. Im Durchschnitt benötigte jeder der fast 200 Bewohner pro Tag 5 bis 6 Tabletten, die meisten mit unterschiedlichen Wirkstoffen gegen Bluthochdruck, Demenz, Herzschwäche und Diabetes.
Der erschreckende Befund: Mehr als sieben Prozent der untersuchten Tagesrationen waren falsch zusammengestellt. Innerhalb der acht Wochen erhielt jeder zweite Heimbewohner mindestens einmal eine inkorrekte Medikation. Am häufigsten wurden die Tabletten falsch geteilt. Oft wurden Medikamente aber auch völlig vergessen oder nicht für den richtigen Zeitpunkt einsortiert.
Die Wissenschaftler glauben, dass die Fehlerquote tatsächlich noch bedeutend höher liegt. Denn in den untersuchten Heimen waren hochqualifizierte Fachkräfte mit der Tablettenverteilung beauftragt, die in abgeschirmten Räumen arbeiteten und nicht unter Zeitdruck standen. Und solche optimalen Bedingungen herrschen längst nicht in allen Einrichtungen.





