Herr Jäger, welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den Apfelanbau?
Er sorgt für eine ausreichende Reifezeit für südlichere Sorten wie Braeburn und Fuji. Allerdings wird es künftig weniger Idared geben, denn bei diesem Apfel führt eine längere Hitzeperiode zu einer mehligeren Qualität, die nicht gefragt ist. Daher werden Züchtungsversuche unternommen, um neue Sorten zu testen, die mit dem Wetter besser zurechtkommen.
Mit welchen Problemen haben Sie besonders zu kämpfen?
Die Hagelgefahr nimmt weiter zu – wir müssen bereits 60 Prozent unserer Apfelflächen mit Hagelnetzen schützen. Außerdem gibt es fast keinen ergiebigen gleichmäßigen Regen mehr: Entweder regnet es zu heftig oder gar nicht. Bei längerer Dürre können die Bäume vertrocknen, weshalb man sich gut überlegen muss, ob man Neuanlagen pflanzt oder alte Bäume ersetzt. Ein Hektar Neuanlagen kostet immerhin 25 000 Euro inklusive Arbeitszeit. Dazu kommen noch 16 000 bis 20 000 Euro für einen guten Hagelschutz und bis zu 5000 Euro für eine Beregnungsanlage oder Tröpfchenbewässerung.
Was bedeutet der Klimawandel generell für die Zukunft des Obstanbaus?
Der Anbau wird immer kostenintensiver, das Obst immer teurer. Und die Apfel-Anbauflächen werden kleiner, weil die Obstbauern auf Kulturen umstellen, die mit dem Wetter besser zurechtkommen. Es drohen also steigende Preise und Engpässe bei der heimischen Obstversorgung.




