
Die Nymphen ernähren sich von Pflanzensaft und können dabei Nutzpflanzen stark schädigen. In Süd- und Südostasien sind die „jugendlichen“ Wanzen daher gefürchtet. Doch die jungen Wanzen können auch nützlich für das Ökosystem sein. Denn durch ihren „Angriff“ werden die angeknabberten Pflanzen dazu angeregt, bittere Chemikalien in ihren Blättern zu produzieren. Diese Bitterstoffe machen die Pflanzen möglichst unattraktiv für ihre Fressfeinde und dadurch widerstandsfähiger. Zusätzlich ernähren sich auch andere Insekten von den Nymphen der Blattwanze oder nutzen sie als Wirte. „Nymphen werden von der Natur geprägt und prägen sie zugleich. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts, fördern die Artenvielfalt und tragen zum komplexen Netz des Lebens bei“, sagt Sethy.
Auf dem Foto hocken die Nymphen eng beieinander. Das hat für die jungen Wanzen gleich mehrere Vorteile: „Indem sie sich zusammenschließen, verbessern sie ihren Schutz vor Fressfeinden und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelnes Individuum zur Beute wird“, erklärt Sethy. „Diese kollektive Lebensweise verschafft ihnen zudem einen besseren Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Nahrung und Feuchtigkeit, was besonders in den empfindlichen frühen Lebensstadien entscheidend ist.“ An der Blattunterseite, wo sich die Nymphen auf dem Bild tummeln, herrscht eine höhere Luftfeuchtigkeit. Zudem verlaufen hier die Gefäße der Pflanze, die Wasser und Nährstoffe transportieren – ideale Bedingungen für die hungrigen heranwachsenden Nymphen.
Der Fotowettbewerb BMC Ecology and Evolution und BMC Zoology kürt jährlich die besten von Forschenden aufgenommenen Fotos in den vier Kategorien „Kollektives soziales Verhalten“, „Leben in Bewegung“, „Bunte Strategien“ und „Forschung in Aktion“.




