Noch sind sie Schattengewächse, die „fair” und ökologisch produzierten Blumen. Gerade mal drei Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen tragen das Gütesiegel des Flower-Label-Programms (FLP). Dadurch hat sich immerhin für 15 000 Menschen auf rund 60 Blumenplantagen Afrikas und Südamerikas das Leben verbessert: weniger giftige Pestizide, Existenz sichernde Löhne, Mutterschaftsschutz und einiges mehr. Über 800 Blumengeschäfte in Deutschland bieten FLP-Blumen an.
Doch rund 200 000 Blumenarbeiter und -arbeiterinnen in Entwicklungsländern, die meisten davon Frauen, leiden immer noch unter miserablen Arbeitsbedingungen. Dabei ist Kolumbien nach den Niederlanden der zweitgrößte Blumenproduzent weltweit, und Kenia ist, ebenfalls nach den Niederlanden, der zweitgrößte Blumenexporteur nach Deutschland.
Im Winter kommt jede zweite Schnittblume in Deutschland aus Ländern des Äquatorgürtels. Doch nur jeden Hundertsten Euro gibt der deutsche Käufer den Blumenarbeiterinnen im Süden. 99 Euro zahlt er den Plantagenbesitzern und Blumenhändlern.
Die deutschen Konsumenten könnten die Bedingungen auf den Blumenplantagen ändern. Denn mit rund vier Milliarden Euro ist Deutschland einer der größten Märkte für Schnittblumen. „Wir bieten Zugang zum deutschen Markt. Das macht FLP für Plantagenbesitzer interessant”, sagt Silke Peters, Geschäftsführerin von FLP. 1998 hat die Menschenrechtsorganisation FIAN zusammen mit Hilfswerken und dem deutschen Blumenhandel das Label gegründet. Vielen Deutschen ist es aber bis heute unbekannt.
„Menschen kaufen Blumen für Feste oder um jemandem ihre Liebe auszudrücken. Da sprechen Blumenhändler in ihren Läden nicht gerne von den traurigen Produktionsbedingungen, indem sie Werbung für FLP machen”, sagt Peters. Zurzeit sind 90 Prozent der FLP-Blumen Rosen. Bald sollen weitere Blumen das Label-Sortiment und damit die Verkäufe erweitern.




