Herr Prof. Koeniger, wie kam es zu dem starken Milbenbefall? Ursprünglich lebten die Milben nur auf der ostasiatischen Honigbiene Apis cerana indica, bei der sie keine Probleme verursachen. Die westliche Biene Apis mellifera kam um 1820 mit Siedlern aus der Ukraine nach Wladiwostok, wo sie die Varroa-Milbe – unbemerkt – angenommen hat. Nachdem Apis mellifera um 1960 für Rekordhonigernten sorgte, wurde die Biene mit dem Parasiten nach Moskau reimportiert und eroberte schnell ganz Europa.
Wieso findet das Bienensterben erst heute, 40 Jahre später, statt? Imker schützen ihre Honigbienen mit speziellen Medikamenten vor Milbenbefall. Doch im Laufe der Zeit haben sich bei den Milben Resistenzen ausgebildet und sie können sich nun ungehindert vermehren.
Was kann man gegen die Milben tun? In den USA, aber auch bei uns, versucht man inzwischen Bienen zu züchten, die gegen den Parasiten resistent sind.
Was bedeutet das Bienensterben für die Bestäubung der Obstbäume? Das Ausmaß des Bienensterbens dürfte regional sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich ist jedoch nicht mit größeren Einbußen bei der Ernte zu rechnen. In den hessischen Obstplantagen sind die Bienen zum Beispiel zur Zeit ausgezeichnet präsent.
Hans Groth




