Als Student und Stipendiat tourte er zu Fuß, per Boot, auf Maultierrücken oder – selten – mit morastgängigen Allrad-Vehikeln durch Mexiko, Guatemala und Honduras, immer auf der Suche nach neuen Maya-Inschriften. Heute hat Nikolai Grube als Geschäftsführender Direktor der Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie an der Universität Bonn zwar viel mit Verwaltung zu tun, doch der 47-jährige Epigraphiker und Archäologe engagiert sich auch stark in Mittelamerika – weit über die Wissenschaft hinaus: Er hat in Guatemala eine Maya-Schule gegründet und sammelt Geld für ein Behindertenheim in Belize. Grube beherrscht mehrere Maya-Dialekte und begann in diesem Jahr seine erste eigene Grabung in Mexiko. Um dahin zu kommen, nimmt er meist den Geländewagen mit Allradantrieb. Was Grube bedauert: Seine Violine muss vorerst im Kasten bleiben, er kommt einfach nicht mehr dazu, sie zu spielen.




