In seiner diesjährigen Sitzung hat das UNESCO-Geoparks-Komitee nun acht neue Globale Geoparks ernannt. Zwei der Neuzugänge liegen in Brasilien, sechs in Europa. Damit steigt die Zahl dieser Welterbestätten der Geologie auf weltweit insgesamt 177. Zusammen bedecken sie eine Fläche von rund 370.600 Quadratkilometern – das entspricht in etwa der Fläche Japans. „Die Orte dieses Geopark-Netzwerks repräsentieren eine einzigartige geologische Vielfalt, die auch die kulturelle und biologische Diversität widerspiegeln“, so die UNESCO.
Nördlinger Ries: Einzigartiges Einschlags-Relikt
Zu den neuen Globalen Geoparks gehört auch das Nördlinger Ries in Süddeutschland. Der Ries-Krater entstand, als vor rund 15 Millionen Jahren ein etwa ein Kilometer großer Asteroid einschlug. Der Einschlag hinterließ den besterhaltenen und am besten erforschten Meteoritenkrater Europas – selbst die Astronauten der Apollo-Mondmissionen trainierten dort. Im Ries und seiner Umgebung lässt sich beispielhaft erkunden, wie ein solcher Einschlag die Landschaft verändert, welche Spuren er hinterlässt und wie die Natur darauf reagiert.
Bis heute liefern Studien immer neue Details dazu, wie der Einschlag ablief und welche Folgen er hatte. Demnach reichte der Gesteinsregen des Impakts bis in den Alpenraum, rund 180 Kilometer südlich des Kraters. 2017 identifizierten Forscher zudem ein neues Impakt-Mineral im Rieskrater, das Riesit. Neuere Analysen legen zudem nahe, dass das westlich des Rieskraters liegende Steinheimer Becken möglicherweise doch nicht gleichzeitig mit dem Nördlinger Ris entstand.
In Deutschland trugen bereits sieben Nationale Geoparks auch das Siegel des UNESCO-Geoparks, darunter der Harz, die Schwäbische Alb, die Vulkaneifel, der Muskauer Faltenbogen an der polnischen Grenze und die Drei Gleichen in Thüringen. Jetzt kommt mit dem Nördlinger Ries ein achter hinzu.



































