Die Eintrittskarte: Mit der Georg-von-Neumayer-Station war die Bundesrepublik Deutschland ab 1981 nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch in der Antarktis vertreten. Sie wurde Konsultativstaat des Antarktisvertrags und hat seitdem Stimmrecht bei den Konsultativtagungen, dem wichtigsten Gremium der Antarktis-Verwaltung.
Platz im Schnee: Als Deutschland nach einem antarktischen Forschungsstandort suchte, hatten andere Staaten bereits die besten Plätze auf festem Grund und in schneearmen Gebieten besetzt. Die deutschen Polarforscher machten aus der Not eine Tugend und entschieden sich bewusst für einen schwierigen Standort. An der schneereichen Kante des 200 Meter dicken Ekström-Schelfeises können neue Phänomene im ewigen Eis erkundet werden.
Zerquetschtes Blech: Auf der ersten Neumayer-Station lebte und arbeitete das Team in Containern, die in zwei parallel verlaufenden Blechröhren standen. 1992 wurde die Station aufgegeben. Inzwischen liegt sie so tief, dass sie vom Eis zerdrückt wurde. Auch Neumayer II wird in einigen Jahren im Eis versinken.
Geschlechtermix: 1981/82 bestand die erste Überwinterungscrew nur aus Männern. Der damalige AWI-Chef Gotthilf Hempel wollte nicht Männer und Frauen gemeinsam auf der einsamen Station haben. 1989 bewarb sich dann erstmals ein reines Frauenteam – mit Erfolg. Heute spielt das Geschlecht bei der Platzvergabe keine Rolle mehr.
Der grüne Punkt in der Antarktis: Die ersten beiden Neumayer-Stationen versinken unwiederbringlich im Schelfeis. Neumayer III besteht dagegen nur aus oberirdischen Bauteilen, die komplett demontiert und wieder aus der Antarktis entfernt werden können.




