Die Zunahme von Gewaltopfern stellt Hilfswillige, Berater und Psychotherapeuten vor zum Teil unlösbare Aufgaben. Es zeigt sich, dass mitmenschliches Einfühlen in das Leiden der Gewaltopfer, vor allem bei foltertraumatisierten Patienten, seine Grenze in der Tatsache findet, dass das Ausmaß des durchlittenen Schreckens nicht übertragbar ist in nachvollziehbare mitmenschliche Gefühle und dass die empathische Offenheit der Helfenden regelhaft überfordert wird.
Burn-out-Symptome sind deshalb bei Helfern und Therapeuten von Gewaltopfern häufig zu beobachten. Gewaltopfer sind in ihrer traumatischen Erlebenswelt eingeschlossen. Sie fühlen sich nicht selten schuldig, Träger unmenschlichen Schreckens zu sein und damit Mitmenschen zu belasten und zu infizieren.
Mit sinnlich-metaphorischer Gesprächsführung lassen sich aber Gefühlsblockaden transformieren, das Foltertrauma defokussieren und damit versperrte Zugangswege zum prätraumatischen Gefühlserleben öffnen. Wir haben im Rahmen der Prismatischen Psychologie gelernt, die Individualitätsvielfalt des Menschen zu mobilisieren und damit eine rasche Entlastung für Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen sowie für deren Therapeuten und Betreuer zu erzielen.
Prof. Dr.med. Alfred Drees, per E-Mail
Susanne Rytina ist in ihrem Artikel ein gravierender Fehler unterlaufen. Sie zitiert Martin Sack – Oberarzt im Klinikum „ Rechts der Isar” – mit den Worten, dass der größte Teil der Psychotherapeuten nicht psychotraumatologisch ausgebildet sei und keine adäquate wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode anwende. Das ist soweit richtig. Als Beispiel für ein wissenschaftlich anerkanntes Traumaverfahren wird aber dann die kognitive Verhaltenstherapie angeführt, und das ist falsch.
Es gibt unterschiedliche psychotherapeutische Ausrichtungen: kognitive Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie als kassenärztlich anerkannte Methoden, dann weitere Verfahren wie Systemische Familientherapie, Hypnotherapie, Gesprächstherapie und so weiter. Eine davon ist die kognitive Verhaltenstherapie, die jeder Verhaltenstherapeut erlernt. Das hat aber nichts mit traumaspezifischen Methoden zu tun.
In meiner Ausbildung zum Trauma-Therapeuten saß ich neben Analytikern, Verhaltenstherapeuten, Systemikern et cetera, weil jeder die Erfahrung gemacht hatte, dass er für die Behandlung von Psychotraumata nur unzureichendes Werkzeug besitzt. Gerade die Traumatherapie ist deshalb etwas völlig anderes. Methoden wie EMDR werden von Therapeuten unterschiedlichster Richtungen erlernt und durchgeführt.
Dr.med. Uwe Stahl, per E-Mail
Aus Alt mach Neu
Aprilscherz, bdw-Nachrichten Heft 4/2011
Voller Begeisterung habe ich über das „Jungbrunnen-Serum” SHMU gelesen. Ich hätte aber diesen Artikel nicht meiner Frau vorlesen sollen. Sie hält diesen Benito Alglato für einen aalglatten Wissenschaftler und meint, dass das eine gelungene Kombination zur Mailänder Modewelt sei. Ich verstehe sie da überhaupt nicht, sie ist noch genauso schön wie am ersten Tag, als wir uns kennenlernten, und das ist genau 29 Jahre her. Mein Vorschlag für die Vermarktung von S(C)HMU: Keiner wäre besser geeignet als der Unternehmer und Medienmogul der Italiener, Herr Berlusconi.
Günther Müller, Walddorfhäslach
GAGARINS HÖLLENRITT/ RAKETEN STATT KÜCHEN
Heft 4/2011
Bei diesen Artikeln ist eine Reihe von – einer Zeitschrift Ihres Ranges unwürdigen – Fehlern festzustellen. Seite 47: Am 23.3.1965 flogen Virgil Grissom (nicht Walter Shirra!) und John Young; hier fehlt auch der Hinweis, dass erstmals zwei (nicht drei) amerikanische Astronauten ins All flogen. Seite 49: Gleich an zwei Stellen wird der Erstflug Gagarins in das Jahr 1959 (statt 1961) verlegt. Dieselbe Seite: Die berühmte Küchendebatte fand zwischen Chruscht- schow und Vizepräsident (nicht Präsident) Richard Nixon statt.
Michael Mutz, Berlin
Herr Mutz hat in allen Punkten recht. Wir bitten um Entschuldigung! Die Redaktion.
GRÜN IST DIE HOFFNUNG
Heft 1/2011
Ich finde es ja toll, dass man sich über Ersatz für Kraftstoffe (aus Mineralöl, Anm.d.Red.) Gedanken macht. Nur war das, was ich da gelesen habe, mehr als ernüchternd.
Der Jahresverbrauch der USA beträgt aktuell 730 Milliarden Liter Kraftstoff, die durch Algenanbau erzeugbare Kraftstoffmenge 20 000 Liter je Hektar. So komme ich auf eine „Anbaufläche” von 365 000 Quadratkilometern, dies entspricht einem Feld von 604 mal 604 Kilometern. Ich gehe davon aus, dass sich die Ertragszah- len auf die reine Beckengröße beziehen. Demnach ist also noch Fläche für Infrastruktur hinzuzurechnen.
Angesicht dieser Zahlen wage ich die bezifferten Kosten von 300 Milliarden US-Dollar infrage zu stellen, die nötig wären, um entsprechende Algenfarmen allein für die USA aufzubauen. Da ich mittlerweile Einblick in die Baubranche habe, kann ich nur sagen: Die genannte Summe ist ein Witz, da reicht noch nicht mal das 100-Fache. Aber auch ich finde: Ersatz muss her. Es wäre nur schön, wenn man uns nicht für total verblödet halten würde.
Dipl.-Ing. Dieter Gehrlach, per E-Mail
DIE WURZELN VON GEIZ UND GIER
Heft 2/2011
Diesen Artikel hätte ich eher in „Die Bunte” oder in „Focus” erwartet, nicht in bild der wissenschaft. Was ist jetzt Realität in diesem Artikel und was Fiktion? Ansonsten ist diese Ausgabe wie immer Top! Alfons Konrad, per E-Mail
DIE RELATIVITÄTSTHEORIE
Titelgeschichte Heft 1/2011
Es ist problemlos möglich, in der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) beschleunigte Bezugssysteme zu beschreiben. Der Unterschied zur Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) besteht darin, dass die SRT nur den flachen Raum, also keine Gravitation, behandelt. Andernfalls würde das Äquivalenzprinzip einem auch nicht viel helfen. Es besagt schließlich, dass der Effekt der Gravitation in der ART lokal derselbe ist wie der einer Beschleunigung ohne Gravitation in der SRT. Damit verallgemeinert man die SRT zur ART. Dazu braucht man allerdings beschleunigte Bewegungen im flachen Raum.
Dr. Sabine Hossenfelder, Stockholm/Schweden
MÄNNLICH SKRUPELLOS
Heft 3/2011
Überlegen Sie mal, Sie hätten einen Artikel schreiben wollen mit dem Titel „Weiblich skrupellos” oder einem ähnlich negativen Attribut. Wie sexististisch wäre allein solch ein Titel gewesen. Und stellen Sie sich vor, Sie hätten negative weibliche Eigenschaften derart unverblümt negativ dargestellt und ständig vergleichend vermerkt, um wie viel positiver die männlichen Eigenschaften seien. Sehr richtig: Das hätten Sie nicht bringen können. Ich finde, in diesem Fall kann man das genauso wenig, auch wenn es „nur” gegen Männer geht.
Stefan Knöller, per E-Mail




