Das Forum des Royal College of Surgeons (www.rcseng.ac.uk) in London hat kürzlich entschieden, dass Gesichtstransplantationen grundsätzlich nicht vorgenommen werden sollten. Mehrere Ärzteteams hatten bereits Interesse an einem solchen Eingriff angemeldet, und etliche Menschen mit schweren Verbrennungen im Gesicht würden sich eine solche Operation wünschen. Durchgeführt wurde sie zwar noch nicht, mit welchen Risiken und Nebenwirkungen aber zu rechnen wäre, fragten wir Prof. Dr. Peter Vogt, Direktor an der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Sind Gesichtstransplantationen überhaupt machbar?
Sie sind theoretisch möglich. Versuche an Ratten haben das bereits gezeigt. Beim Menschen wird das Ergebnis aber kaum so aussehen, wie man es sich wünscht. Selbst wenn das Gesicht des Spenders genau auf das Gesicht des Empfängers passt, ist damit zu rechnen, dass der Patient seine natürliche Mimik verliert.
Welche gesundheitlichen Risiken hat ein Patient zu befürchten?
Die Risiken sind enorm. Durch die nötigen immunsuppressiven Medikamente können Organschädigungen, Tumorerkrankungen und schwere Infektionen entstehen. Auch das psychische Risiko für den Patienten wäre nicht zu unterschätzen. Er würde schließlich mit dem Gesicht eines Toten leben.
Welche Alternativen gibt es?
Die modernen Methoden der Plastischen Chirurgie sind auch bei schweren Gesichtsverletzungen sehr effektiv. Meist sind Unfall- oder Brandopfer mit Haut-Verpflanzungen aus eigenen Körperpartien – wie Rücken, Hüfte oder Po – bestens versorgt.
Hans Groth





