Etwa sieben Prozent aller Babys kommen zu früh auf die Welt. Solche Frühgeburten sind die Hauptursache für Krankheit, Behinderung und Tod von Neugeborenen. In einer österreichischen Studie an über 4000 Schwangeren konnte jetzt durch eine einfache Vorsorgeuntersuchung auf vaginale Infektionen und eine gezielte Therapie die Zahl der Frühgeburten um die Hälfte gesenkt werden. Dazu befragten wir den Leiter der Studie, Herbert Kiss von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien.
Worauf führen Sie Ihren Erfolg zurück?
Der eindeutige Zusammenhang zwischen vaginalen Infektionen und Frühgeburten ist bereits wissenschaftlich bewiesen. In unserer Studie untersuchten wir die Schwangeren auf vaginale Infektionen, noch bevor die Frauen über Symptome klagten. Bei positivem Ergebnis konnten wir mit gezielter Behandlung die Zahl der Frühgeburten um die Hälfte reduzieren.
Gibt es Symptome, auf die Schwangere achten sollten?
Diagnose und Therapie müssen einsetzen, bevor Symptome auftreten – wie gelblicher Ausfluss, Juckreiz oder Brennen. Wenn die Infektion bereits ausgeprägt ist, ist es oft zu spät. In unserer Studie gab es oft weder für die schwangere Frau noch für den untersuchenden Arzt einen klinischen Hinweis auf eine Infektion.
Wie werden solche Infektionen behandelt?
Es gibt unterschiedliche Erreger, die zu Vaginalinfektionen führen. Bei Bakterien wird eine antibiotische Therapie eingeleitet. Wenn Pilze die Ursache sind, führt man eine Pilzbehandlung durch. Die Medikamente dazu sind absolut sicher und bereits seit Jahren im Handel. Das Risiko, durch Nicht-Behandlung Schaden anzurichten, ist wesentlich höher als eine mögliche Nebenwirkung der Präparate.





