Der Einsatz von Antibiotika in Futtermitteln ist immer noch ein heiß diskutiertes Thema. Die Befürchtung, Bakterien könnten Resistenzen gegenüber humantherapeutischen Antibiotika entwickeln, ließ Forderungen eines generellen Verbots von Fütterungsantibiotika aufkommen. Doch gibt es überhaupt Alternativen zu den bewährten Leistungsförderern? Wir haben bei Edgar Schulz vom Institut für Tierernährung (FAL) in Braunschweig nachgefragt.
Wozu benutzt man in der Tierzucht
Antibiotika?
Natürlich primär zur Krankheitsbehandlung, genau wie in der Humanmedizin. Des weiteren gibt es aber auch Fütterungsantibiotika als sogenannte Leistungsförderer. Sie beeinflussen gezielt die Darmflora und damit die Verdauung der Nährstoffe. Dadurch wird das Futter effektiver verwertet und die Ausscheidung der Tiere reduziert.
Was unterscheidet die Fütterungsantibiotika von den therapeutisch verabreichten?
Es sind insgesamt nur noch vier Antibiotika als Futtermittelzusätze zugelassen, bei denen nach bisherigem Kenntnis-stand keine Einflüsse auf die Wirkung der therapeutisch verabreichten Antibiotika bekannt sind. Dazu kommt, daß für die Fütterungsantibiotika vergleichbar strenge Dosierungsverordnungen gelten wie bei medizinischen Anwendungen.
Ließe sich der Einsatz von Antibiotika als Leistungsförderer ganz vermeiden? Gibt es alternative Zusatzstoffe?
Der absolute Verzicht auf zusätzliche Fütterungsantibiotika würde sich aufgrund ihres speziellen Wirkmechanismus negativ auf die Leistung der Masttiere auswirken. Zur Zeit werden aber Probiotika und Mikroorganismen auf ihre allergenen und toxischen Eigenschaften für Tier, Mensch und Umwelt überprüft.
Edgar Schulz




