In Deutschland leidet bereits jedes zehnte Kind zwischen 7 und 14 Jahren unter Migräne. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Göttingen mit mehr als 8000 Familien. Über die Auslöser, die Folgen für die jungen Patienten und mögliche Therapien befragten wir Birgit Kröner-Herwig, Leiterin der Abteilung für klinische Psychologie der Universität Göttingen.
Wie kommt es zu Migräne bei Kindern?
Vor allem Ärger in der Familie, hohe schulische Belastungen und Trauer gelten als Migräne-Auslöser. Vorläufige Ergebnisse von Untersuchungen lassen darauf schließen, dass auch Schlaf- und Bewegungsmangel sowie häufiges Sitzen vor PC und Fernseher Migräne fördern können.
Welche Folgen sind damit verbunden?
Betroffene Kinder und Jugendliche fehlen häufiger in der Schule und vernachlässigen aus Angst vor Migräne-Attacken Hobbys und Freunde. Hier sind dringend nachhaltige Therapien gefragt.
Wie könnten diese aussehen?
Die Kinder können sowohl vorbeugend Medikamente nehmen als auch psychotherapeutisch betreut werden. In unserem speziellen Training „Stoppt den Kopfschmerz” lernen die Kinder und Jugendlichen in Gruppen den richtigen Umgang mit ihren Schmerzen. Das Training umfasst unter anderem Selbstbeobachtung, Entspannungsübungen, Stressbewältigung und Problemlösetraining.
Mit welchen Erfolgen?
Erste Untersuchungen haben gezeigt: Für rund 70 Prozent der behandelten Kinder ergaben sich klinisch relevante Verbesserungen. Sie hatten deutlich weniger Kopfschmerzen, bei manchen traten sie gar nicht mehr auf.





