Die vielen Wetterkarten im Buch und die Übungsaufgaben am Ende sehen nach Arbeit aus. Doch keine Angst: Wer sich auf das Metier einlässt, findet sich nach ein paar Stunden gut zurecht. Grundlage des eigenen Wetterberichts sind die Profikarten, die etwa bei wetteronline.de kostenlos zu haben sind. Wichtig ist die 500-Hektopascal-Druckkarte Europas, die das Wetter in rund 5500 Meter Höhe widerspiegelt, wo die Gebirge ihren Einfluss verlieren. Sie gibt den besten Überblick über das großräumige Wetter mit seinen Polarfrontvorstößen und Hochdruckkeilen. Richtung und Stärke des Windes, Regenwahrscheinlichkeit und Temperatur – das alles lässt sich daraus grob ableiten.
Die Karten im Internet zeigen die Prognose für die kommenden Tage, die mit der Zeit natürlich immer unsicherer wird. Doch wer aus dem Buch gelernt hat, diese Unsicherheiten einzuschätzen, kann aus den bunten Bildern ablesen, ob die Wolkendecke tatsächlich in vier Tagen aufreißen wird, wie der Wetterbericht angibt, oder ob der Wetterwechsel auch schon einen Tag früher oder später erfolgen könnte. Mit weiteren meteorologischen Detailkarten, die ebenfalls kostenlos im Internet stehen, lässt sich der eigene Wetterbericht verfeinern.
Wer sich die Mühe macht, die Übungsaufgaben zu lösen, merkt freilich, dass viel Erfahrung dazu gehört, die Daten richtig zu interpretieren. Urs Neu macht daraus keinen Hehl und empfiehlt, länger am Ball zu bleiben, um ein Gefühl für Wetterentwicklungen zu bekommen. Doch sein Buch ist weit mehr als ein Ratgeber: Es gibt einen spannenden Einblick in das Wettergeschehen. So versteht der Leser, warum Europas Wetter vor allem von der Polarfront bestimmt wird, also der Grenzregion zwischen kalter Polarluft und warmer Tropenluft. Auch das ‧seltsame Phänomen, dass oft am Wochenende Regen fällt, während die Tage davor sonnig waren, hat tatsächlich eine Erklärung.




