
Wie das Team herausgefunden hat, entstehen die ungewöhnlichen Löcher durch große Mengen Methan, die aus dem Seegrund ausströmen. „An bestimmten Standorten haben wir Emissionsraten gemessen, die bis zu 300-mal höher sind als die typischen Werte in Seen“, berichtet Teammitglied Johan Mellqvist. Schätzungsweise 3,5 Tonnen Methan entweichen so jedes Jahr aus dem Siljansee. Das entspricht 85 Tonnen CO2-Äquivalenten.
Doch woher kommt all das Methan? Eine Möglichkeit besteht darin, dass es sich um sogenanntes Tiefengas aus dem Untergrund handelt – verursacht durch einen 370 Millionen Jahre zurückliegenden Meteoriteneinschlag in der Region. Dieser könnte organisches Material tief in die Erde getragen haben, wo es zerfallen ist und bis heute Methan ausstößt. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Emissionen aus Methanblasen stammen – eingeschlossenem Gas in Sedimenten unter dem Seegrund, das allmählich austritt, wie die Forschenden berichten.
„Wenn es sich um tiefes Gas handelt, könnte dies nur im Einschlagskrater vorkommen. Stammt es jedoch aus flacheren Sedimenttaschen, könnte diese Art von Emission an viel mehr Orten vorkommen“, erklärt Mellqvist. Dann wiederum wäre das globale Treibhauspotenzial dieses Phänomens erheblich und müsste möglichst schnell eingedämmt werden.




