Mehr Wissenschaft und weniger Management war das Ziel, als Lübbert Mitte 1997 die gutdotierte Stellung in der Forschungsabteilung des Pharmariesen mit dem Dasein eines Existenzgründers tauschte. Er schätze es, in einer kleinen, flexiblen und hochspezialisierten Umgebung zu arbeiten, erklärt der Biologe. Sein Beispiel machte Schule: Acht Mitarbeiter seines ehemaligen Forschungsteams gehören zur 18köpfigen Mannschaft der Biofrontera Pharmaceuticals GmbH, die soeben mit einem Investitionsvolumen von fast 22 Millionen Mark in Leverkusen aus der Taufe gehoben wurde. Profitieren kann das kleine Unternehmen dennoch von der großen Novartis (früher Ciba-Geigy und Sandoz). Denn es erhielt die Exklusivrechte an einem neuen Analyseverfahren. Mit dieser Methode läßt sich die genetische Aktivität im Gewebe untersuchen. Vor allem bei der Medikamenten-Entwicklung gegen Parkinson oder Alzheimer sieht Lübbert große Marktchancen. Für sein Hobby, die Musik, und für seine Familie bleibt dem vierfachen Vater kaum noch Zeit, zumal er seit Anfang des Jahres auch Professor für Tierphysiologie an der Ruhruniversität Bochum ist.
Hermann Lübbert





