ngg_shortcode_1_placeholder
Kraken, Muscheln, Schnecken und Kalmare: Mit etwa 130.000 lebenden Arten weltweit stellen die Mollusken nach den Arthropoden die zweitgrößte Tiergruppe dar. Sie haben fast alle Ökosysteme besiedelt und sind in der Tiefsee, im Süßwasser und an Land zu finden. Im März 2025 riefen die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung und die Unitas Malacologica, die weltweite Gesellschaft für Molluskenforschung, zur fünften Wahl der „Molluske des Jahres“ auf. Der achtarmige Gewinner Muusoctopus schlug drei Meeresschnecken und eine Muschel. Julia Sigwart vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum sagt: „Mit der Wahl der ‚Internationalen Molluske des Jahres‘ wollen wir zeigen, wie breit gefächert und außergewöhnlich diese Tiergruppe ist und wie wichtig es ist, sie zu schützen und weiter zu erforschen.“
Viele Mollusken-Arten spielen in ihrem Ökosystem eine bedeutende Rolle als Nahrungsquelle oder Wasserfilter. Sie können außerdem als Öko-Indikatoren für den Zustand von Lebensräumen dienen. Ihre harten, langlebigen Schalen sind die häufigsten Fossilien und helfen Forschenden dabei, das Alter von Gesteinen zu bestimmen sowie frühere Lebensräume zu rekonstruieren.
Viele Mollusken, vor allem Land- und Süßwassermuscheln, sind durch Verschmutzung und Zerstörung ihres Lebensraums vom Aussterben bedroht. Auch der Handel mit den prächtigen Gehäusen vieler Muscheln gefährdet die Bestände und ist deshalb für geschützte Arten verboten.
Wo einerseits Arten vom Aussterben bedroht werden, sind andererseits zahlreiche Arten noch gar nicht entdeckt, geschweige denn wissenschaftlich beschrieben. Unter den Weichtieren gibt es eine enorme genomische Vielfalt, doch bislang wurden nur wenige Genome vollständig entschlüsselt. „Wir werden die DNA der ‚Molluske des Jahres 2025‘ nun erstmals vollständig bei Senckenberg sequenzieren. So können wir Erkenntnisse über die genetischen Grundlagen ihrer außergewöhnlichen Lebensweise und Anpassung an das Leben in der Tiefsee gewinnen“, berichtet Biologin Carola Greve vom Senckenberg Forschungsinstitut.




