Mit der Multispektralfotografie, die von der NASA für die Planetenerkundung entwickelt wurde, haben Experten in den letzten Jahren Papyrustexte wieder sichtbar gemacht, die für das bloße Auge auf den überschriebenen, verwitterten oder völlig verkohlten Blättern nicht zu erkennen waren. Teile der Qumran-Rollen wurden so für die Wissenschaft zugänglich gemacht, ebenso wie die verkohlten Texte aus der Villa dei Papiri im verschütteten Herculaneum.
Auch so kompliziert klingende Verfahren wie Neutronenaktivierungsanalyse, Ultraviolettfotografie, Röntgenfluoreszenz, Bleiisotopenbestimmung und Zahnsubstanzuntersuchung bringen den Forschern heute Nachrichten, an die sie gestern nicht einmal hätten denken können.
Und nun kommen auch noch die Mathematiker: Der Wiener Hochschullehrer Peter Markovich entwickelt zurzeit eine Bildbearbeitungs-Software, die bei der Rekonstruktion von beschädigten Wandgemälden helfen soll: Das neue mathematische Modell – aus den Gebieten der nichtlinearen Differenzialgleichungen und der Variationsrechnung – soll die möglichen Fortsetzungen der verlorenen Linien und Flächen in den Gemälden errechnen und am Computer bildlich darstellen. Dem Restaurator sollen so Entscheidungshilfen für seine Rekonstruktion an die Hand gegeben werden.




