Sein Meisterstück lieferte der 1941 geborene Landschaftsökologe im Herbst 1990. Als stellvertretender Minister für Natur-, Umweltschutz und Wasserwirtschaft während der Zeit der Wende in der DDR brachte Michael Succow ein umfassendes Nationalpark-Programm auf den Weg. Es stellte rund sieben Prozent der Flächen in den Neuen Bundesländern unter strengen Schutz. Dieser Coup war typisch für den unbeugsamen Ökologen, der sich seit Jahrzehnten vehement dafür einsetzt, die wirtschaftliche Nutzung und den Schutz von Naturregionen schonend miteinander zu verbinden – und das nicht nur in Deutschland. Nach der Wende sorgte Succow, dem man in der DDR wegen seiner liberalen Haltung viele Steine in den Weg gelegt hatte, dafür, dass viele Gebiete in Ländern des ehemaligen Ostblocks unter Schutz gestellt wurden: etwa in Georgien, Kirgisien, Sibirien und Kasachstan. Noch heute ist er über die Hälfte des Jahres als Berater unterwegs – in Osteuropa, Asien, Afrika und im Nahen Osten. Doch sein „ Heimat-Labor” ist Mecklenburg-Vorpommern – vor allem das Tal der Peene. Die dortigen Moore liegen dem Biologen, der 14 Jahre lang das Botanische Institut und den Botanischen Garten der Universität Greifswald geleitet hat, besonders am Herzen. Michael Succow gründete eine eigene Naturschutzstiftung. 1997 erhielt er für sein Engagement den alternativen Nobelpreis.





