Ärger am Arbeitsplatz ist der häufigste Grund für psychische Leiden. Vor kurzem wurde ein neues Krankheitsbild beschrieben, dass nach einer aktuellen Studie bei zwei Dritteln aller Patienten nach Problemen am Arbeitsplatz auftritt: die Posttraumatische Verbitterungsstörung (Posttraumatic Embitterment Disorder, PTED). Was es damit auf sich hat, fragte bdw Michael Linden, Psychiater an der Berliner Charité.
Wie kommt es zu PTED?
Kündigung, Mobbing und sonstige Konflikte am Arbeitsplatz sind die häufigsten Auslöser. Aber auch andere Ereignisse, bei denen der persönliche Lebensentwurf ins Wanken gerät, etwa eine Scheidung oder der Tod eines nahestehenden Menschen, können PTED herbeiführen.
Wie äußert sich die Krankheit? ?
Die Symptome sind neben Depressionen und Angstzuständen Gefühle der Hilflosigkeit, des Selbstzweifels bis hin zu Selbstmordgedanken. Zudem kommt es bei den Betroffenen zu Aggressionen, Missmut, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen.
Kann es jeden treffen? ?
Wahrscheinlich schon. Allerdings sind Menschen, die ihr Selbstwertgefühl hauptsächlich aus dem Beruf schöpfen,besonders gefährdet. Sind diese zudem noch unfähig, komplexe Lebenssituationen zu bewältigen, ist ihr Risiko besonders hoch.
Wie kann man PTED behandeln? ?
Die Patienten lassen sich nicht gerne behandeln. Konfrontiert man sie mit dem kritischen Lebensereignis, so reagieren sie meist trotzig und verbittert. In einer Verhaltenstherapie kann man dem traumatisierenden Ereignis allerdings einen neuen Sinn geben und dem Patienten zeigen, dass der Verlust des Jobs gleichzeitig die Chance für einen Neuanfang bedeutet.
Hans Groth





