Doch bisher fanden sich meist akzeptable Lösungen. Ich bin mir sicher: Auch Sie haben genug Beispiele von Angelegenheiten parat, die vor Ihnen als Problem hochpoppten, die Sie dann aber doch erfolgreich gemeistert haben. Von solchen Lebensleistungen – kleinen und großen – machen wir im Allgemeinen wenig Aufhebens. Was uns offensichtlich mehr interessiert, sind Missstände, Streit, Hiobsbotschaften. „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten”, heißt es in der Medienbranche. Und weil das die herrschende Lehrmeinung ist, berichten Journalisten weit häufiger über Niedergangsszenarien als über Mut machende Entwicklungen.
In der Titelgeschichte dieser Ausgabe haben wir den Spieß umgedreht. Statt wie so häufig vom baldigen Ende unserer Art zu berichten, stellen wir die Frage, ob es nicht gerade Menschen sein werden, die auch allerschlimmste Katastrophen überleben. Prof. Josef Reichholf hat uns hierzu ein bemerkenswertes Interview gegeben (Seiten 46/47). Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.
Erstmals in der 50-jährigen bdw-Geschichte vermitteln wir Ihnen mit einer bild der wissenschaft-Ausgabe Filmbeiträge (siehe gegenüberliegende Seite). Unser neuestes Produkt, das bild der wissenschaft-Panorama2014, verschafft Ihnen vielfältige Einblicke – beispielsweise in das Karlsruher Institut für Technologie, das als Zusammenschluss von Forschungszentrum Karlsruhe und Technischer Universität entstanden ist. Welche Perspektiven sich daraus ergeben, erklärt dessen neuer Präsident Prof. Holger Hanselka. Das Interview mit ihm habe ich Ende 2013 geführt. Auf das Unglück, das sich am 15. Januar 2014 in einem dortigen Chemielabor ereignete, konnte ich aus naheliegenden Gründen nicht eingehen. Ich bat Holger Hanselka unmittelbar nach dem Unfall zu einer aktuellen Stellungnahme.
Hier sein Statement: „Wir sind tief betroffen, dass es zu diesem Unfall am KIT in Karlsruhe gekommen ist. Dem dabei schwer verletzten Studenten gelten unsere besonderen Genesungswünsche, und wir hoffen sehr, dass er schnell wieder gesund wird. Alle übrigen bei dem Versuch verletzten Studierenden und Betreuer konnten die Klinik glücklicherweise bereits am Tag nach dem Unfall wieder verlassen. Der Unfallhergang war zunächst kaum erklärbar, zumal alle Studierenden umfangreiche Sicherheitseinweisungen erhalten hatten und das Labor entsprechend den Sicherheitsvorschriften organisiert und ausgestattet ist. Inzwischen wissen wir, dass es durch einen unsachgemäßen Umgang mit den Chemikalien dazu kam, dass beim Aufräumen und Entsorgen nach dem Experiment auf dem Weg zum Sicherheitsschrank das mit diesen Chemikalien befüllte Glasgefäß zerbarst.”
bild der wissenschaft schließt sich den Genesungswünschen an.





