Mehr als zwei Jahrzehnte lang haben wohlmeinende Wissenschaftler damit zugebracht, die Öffentlichkeit zu überzeugen: Der Neandertaler muss dem anatomisch modernen Menschen, der vor gut 40 000 Jahren nach Europa einwanderte, praktisch ebenbürtig gewesen sein. Denn, so das Argument: Da beide Menschenformen rund 12 000 Jahre nebeneinander auf demselben Subkontinent gelebt haben, war keiner dem anderen überlegen. Andere widersprachen und entwarfen Schlachtengemälde mit einer angeblichen Front am spanischen Ebro-Fluss. Neue Datierungen entziehen indes beiden Spekulationen die Grundlage: Die Neandertaler starben viel früher aus als gedacht. Die Alteingesessenen und die modernen Menschen haben einander kaum getroffen. Während dies klarer wird, liegt weiterhin undurchdringlicher Nebel über den Einwanderern – Ahnen der heutigen Europäer. Warum findet man nahezu keine Überreste ihrer Körper?




