Aus diesen beiden Handlungsfäden hat Jürgen Neffe seinen Roman gewoben, und es gibt Gründe für den Verdacht, dass in beiden Hauptfiguren etwas vom Autor selbst steckt. Wie Coppki ist Neffe Naturwissenschaftler, er hat in Biologie promoviert. Und wie Coppkis Biograf schreibt auch Neffe Lebensgeschichten: Seine Einstein-Biografie fand weltweit Beachtung.
Aber in „Mehr als wir sind” schreibt Neffe nicht nur über sich selbst. Er schreibt auch über unsere Zeit, die ihre technischen Möglichkeiten in Rastlosigkeit und Überforderung ummünzt und in der die Menschen ihre Lebensgeschichten auf Facebook selbst schreiben.
„Mehr als wir sind” ist eine Dystopie im Stil Franz Kafkas: Wie Kafka die Abgründe der Bürokratie antizipierte, so denkt Neffe die Herrschaft von Technologie und Ökonomie weiter. Die beiden Geschichten kommen also keineswegs zufällig zusammen.





