Die Powerline-Technologie öffnet nicht nur einen neuen Weg ins
Internet. Auch zahlreiche andere Angebote haben die Anbieter parat, mit denen sich das Stromnetz zusätzlich nutzen läßt.
Internet in Schulen
Mit „PowerSchool” will RWE Powerline Schulen den Zugang zum weltweiten Datennetz vereinfachen. Der Vorteil gegenüber anderen Zugangstechnologien: Da jedes Klassenzimmer über Steckdosen verfügt, lassen sich über das Stromnetz – anders als per Telefonkabel – leicht beliebig viele Klassenzimmer ans Internet anbinden.
Telefonie
Spätestens ab Anfang kommenden Jahres sollen Powerline-Kunden über die Stromleitung auch telefonieren und Faxe versenden können. Dazu werden Telefon und Faxgerät – wie der PC – über ein spezielles Modem mit einer Steckdose verbunden.
Inhouse-Vernetzung
Powerline erlaubt es, über die Stromleitungen beliebig viele Rechner, Telefone oder Videokameras innerhalb des Hauses zu vernetzen. Oder man kann sich eine ständige Verbindung zwischen Wohnung und Büro einrichten. Durch die Verknüpfung mit der Bluetooth-Technologie sollen bald auch geschlossene Netze möglich sein, die Geräte im Haus per Funk, verschiedene Gebäude dagegen über Stromkabel verbinden.
Haussteuerung
Die Heizung per WAP-Handy höher stellen, von unterwegs übers Internet checken, ob das Bügeleisen wirklich ausgeschaltet ist, oder per Web-Kamera aus dem Urlaub einen Blick in die Wohnung werfen – auch solche Anwendungen sind mit Powerline möglich. Vor einer Reise kann etwa das automatische Ein- und Ausschalten des Lichts jeden Abend programmieren. Dazu werden Heizung, Licht und elektrische Geräte über die Stromleitungen untereinander und mit dem Internet vernetzt. RWE Powerline will die Haussteuerung per Stromnetz noch in diesem Jahr bundesweit anbieten.
Musikübertragung
Ingenieure der Münchner Elektronikfirma PolyTrax haben gemeinsam mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen ein Verfahren entwickelt, mit dem sich MP3-Musikdateien in CD-Qualität via Stromnetz übertragen lassen. Lautsprecherboxen brauchen so nur noch über ein Modem mit einer Steckdose verbunden werden. Die Musik aus der Stereoanlage kann – nachdem sie ein Encoder in das MP3-Format verwandelt hat – über das Stromnetz an die Boxen in jeden beliebigen Raum geschickt werden. Eine umständliche Verkabelung ist nicht mehr erforderlich.
Ralf Butscher




