Japanische Wissenschaftler warnen vor einer Affenplage in ihrem Inselstaat. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich die Population der japanischen Makaken von 15000 auf über 150000 verzehnfacht. Kunio Watanabe, Primatensoziologe an der Universität Kyoto, befürchtet: „Wenn wir die Affen nicht an der Fortpflanzung hindern, gibt es im Jahr 2200 mehr Primaten als Menschen.” Bereits 100 Kilometer von Tokio entfernt wimmelt es von Makaken, die sich bei der Suche nach Nahrung immer aggressiver verhalten. Sie springen auf fahrende Autos und plündern Lebensmittelgeschäfte. Außerdem bedrohen die Tiere die Landwirtschaft, da sie Saatgut fressen. In manchen Gegenden bringen Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, um sie vor Affen-Attacken zu schützen. Hidenori Kusakuri vom WWF in Japan führt das Problem auf einen Wechsel in der Gesellschaft zurück. Da Jagen und Landbau nur noch eine untergeordnete Rolle spielten, nisteten die Affen sich jetzt dort ein, wo früher Bauern lebten.




