Jeder vierte Patient baut Arzneistoffe wesentlich langsamer ab als die übrige Bevölkerung. Dafür verantwortlich ist eine bestimmte Variante des sogenannten Multi-Drug-Resistance-Gens (MDR-Gen). Das Gen fanden die Forscher vom Institut für Klinische Pharmakologie der Charité-Klinik in Berlin in allen betroffenen Patienten. Genau den gegenteiligen Effekt bewirkt eine andere, seltenere Variante: Sie beschleunigt den Abbau von Arzneistoffen. Die Wissenschaftler vermuten, daß die verschiedenen MDR-Gen-Varianten ein Grund sind, weshalb ein Medikament bei einem Patienten wirkt, bei einem anderen nicht, und auch, warum nur bei manchen Patienten bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Denn die Abbaurate bestimmt, wie lange ein Medikament im Körper verbleibt und somit (neben)wirken kann. „In ein bis zwei Jahren wird ein Gentest für jeden Patienten die optimale Dosis eines Medikaments bereits vor der Behandlung bestimmen”, erwartet der Leiter des Instituts Prof. Ivar Roots.
Ulrich Fricke




